Die angreifenden Teams versuchen derweil mehrere Dinge. Sie kreuzen beim Anlaufen oder rennen aus einem Pulk heraus, um die Verteidiger zu verwirren. Außerdem werden Spieler genutzt, um den Laufweg von Verteidigern zu blockieren. Blocken ist schließlich erlaubt. Wenn ein Spieler also stehen bleibt, der Gegenspieler losläuft und nicht an diesem vorbeikommt, ist das regelkonform. Regelwidrig ist es nur, wenn sich Spieler A bereits im Laufen oder Sprinten befindet und dann Spieler B in seinen Weg tritt.

Die Qualität der Eckbälle, genauer gesagt die Ausführung der Flanke, hat sich zugleich merklich verbessert. Fans des FC Bayern erinnern sich vielleicht noch an das Aufstöhnen, wenn Joshua Kimmich vor Jahren eine Ecke einfach in den Strafraum brachte, aber nichts dabei herauskam. Mittlerweile wird von den Ausführenden verlangt, dass sie den vorher festgelegten Zielkorridor, etwa die Zone am zweiten Pfosten, mit ihrer Hereingabe ansteuern können. Ansonsten nützen die vorherigen Läufe oder auch das Blocken durch die Angreifer nichts. Zudem hat sich herauskristallisiert, dass Ecken am effektivsten mit Schnitt nach innen getreten werden: der Linksfuß von der rechten Seite und der Rechtsfuß von der linken Seite.

Ein weiteres Offensivelement bei Ecken hat sich der Männerfußball teilweise vom Frauenfußball abgeschaut. Im Fußball der Frauen ist es seit jeher an der Tagesordnung, dass der Fünfmeterraum zugestellt wird. Die Torhüterinnen sind im Schnitt etwas kleiner als ihre männlichen Kollegen und sollen daran gehindert werden, überhaupt an den Ball zu gelangen, wenn dieser hoch vor das Tor geflankt wird. Und diese Denkweise funktioniert auch im Männerbereich. Teams wie Arsenal stellen mit fünf oder sechs Spielern den gegnerischen Fünfmeterraum zu. In der Bundesliga wird der Torwart bereits seit 2012 im Fünfmeterraum bei der Bewertung von Zweikämpfen als normaler Spieler behandelt.

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