Was hinter dem Phänomen steckt
Darum sind wir im Winter vergesslicher
Aktualisiert am 14.02.2026 – 07:42 UhrLesedauer: 2 Min.
Viele Menschen haben Konzentrationsprobleme, fühlen sich traurig und antriebslos in den dunklen Monaten. Was dahintersteckt und wie sich vorbeugen lässt.
Müde, unkonzentriert und niedergeschlagen: im Winter gilt das für viele Menschen. Schuld daran ist häufig ein Mangel an Vitamin D, bedingt durch die geringe Sonneneinstrahlung an trüben Tagen. Dass auch das Gehirn unter dem Lichtmangel leidet und das Gedächtnis nachlässt, ist wissenschaftlich belegt. Mit Demenz hat das allerdings nichts zu tun.
Laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) erreicht nur etwa die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland die als optimal angesehene Vitamin-D-Konzentration von 50 Nanomol pro Liter (nmol/L) oder 20 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) im Blut. Besonders betroffen sind Menschen, die sich wenig im Freien aufhalten, Senioren und Menschen mit dunkler Hautfarbe.
Vitamin D wird zum einen über die Nahrung aufgenommen, dadurch werden jedoch nur zehn bis 20 Prozent des Bedarfs gedeckt. Den Rest produziert der Körper selbst in der Leber. Dazu bedarf es jedoch des Sonnenlichts, das über die Haut aufgenommen wird. Und das ist an trüben Wintertagen knapp.
Der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) schätzt, dass etwa 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung in den Wintermonaten eine milde Seasonal Affective Disorder (SAD) durchleben, die im Volksmund auch als Winterdepression bezeichnet wird. Bei weiteren fünf Prozent können ausgeprägte depressive Episoden auftreten, die fachärztlich abgeklärt werden sollten – auch, um eine echte Depression oder andere Erkrankungen auszuschließen.
Experten vermuten die Ursache der SAD in den veränderten Lichtbedingungen im Winter. Die Betroffenen sind antriebslos, schlafen viel, sind aber trotzdem müde. Sie sind häufig unkonzentriert und vergesslich. Wie stark die Gedächtnisstörungen von SAD-Patienten sind, haben Wissenschaftler der University of Alabama bereits 2009 in einer Studie untersucht.
Die Forscher analysierten die Daten von fast 14.000 Männern und Frauen im Hinblick auf Depressionen, kognitive Funktionen und ihren Aufenthalt im Tageslicht. Dabei zeigte sich, dass die Teilnehmer, die sich viel im Dunklen aufhielten, ein 1,4-fach höheres Risiko für Gedächtnisschwäche hatten gegenüber denjenigen, die viel Licht im Freien tankten.
