Wie das Gehirn Sinnesreize präzise vorhersagt



Die Probanden sollten mit einem Finger über verschiedene raue Oberflächen fahren.

Bild: Getty

Berührt ein Mensch sehenden Auges einen Gegenstand, dämpft das Gehirn den zu erwartenden Reiz. Forscher der Uni Gießen haben gezeigt, wie präzise dieser Mechanismus funktioniert.

Dass man sich nicht selbst kitzeln kann, liegt am Phänomen der taktilen Unterdrückung: Das Gehirn prognostiziert den Effekt der selbst erzeugten Berührung und schwächt das Tastempfinden entsprechend ab. Bei Schizophreniepatienten ist dieser Mechanismus oft gestört, weshalb sie Probleme haben, selbsterzeugte Bewegungen von fremderzeugten zu unterscheiden. Wissenschaftler der Uni Gießen haben nun gezeigt, dass die taktile Unterdrückung sehr spezifisch für den jeweiligen Sinnesreiz ist.

Die Forscher baten 32 Probanden, mit einem Finger über verschieden raue Oberflächen zu fahren. Die Materialien waren so gewählt, dass sie verschiedene Rezeptortypen in der Haut stimulierten. Schon bevor die Oberfläche berührt wurde, zeigte sich eine herabgesetzte Empfindlichkeit genau jener Rezeptoren, die durch das jeweilige Material aktiviert werden würden. Das Gehirn trifft also eine exakte Vorhersage über den zu erwartenden Reiz und passt die Sensibilität der Haut entsprechend an.

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