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Home » Wie bargeldloses Bezahlen in Europa vor 50 Jahren begann
Wirtschaft

Wie bargeldloses Bezahlen in Europa vor 50 Jahren begann

MitarbeiterBy MitarbeiterJuni 7, 2026
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Wie bargeldloses Bezahlen in Europa vor 50 Jahren begann

Vom Eurocheque zur Girocard

Wie sich das bargeldlose Bezahlen verändert hat


Aktualisiert am 07.06.2026 – 08:10 UhrLesedauer: 3 Min.

Junge Familie hält mit dem Auto an einer TankstelleVergrößern des Bildes

Quelle: middelveld

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Bargeldlos bezahlen – das geht heute mit einer Plastikkarte oder dem Handy. Aber schon vor 50 Jahren war das möglich. Ein Stück Papier und eine Unterschrift genügten.

Ein Familienvater, auf dem Weg in den Urlaub mit der gesamten Familie, betritt in den 1970er-Jahren eine Tankstelle. An der Kasse zieht er keine Banknoten aus der Tasche, sondern legt ein rechteckiges Stück Papier auf den Tresen – darauf handschriftlich der Betrag, Name, Datum. Dazu schiebt er eine kleine Plastikkarte über den Ladentisch. Ein kurzer Blick des Verkäufers genügt, und der Einkauf ist bezahlt.

Das Zahlungsmittel: ein Eurocheque, mit dem Menschen bereits vor über 50 Jahren bargeldlos bezahlen konnten – ganz ohne Handy und Internet. Auch wenn Schecks heute noch für bestimmte Sonderzahlungen genutzt werden, spielen sie im Alltag kaum eine Rolle. Und Eurocheques gibt es überhaupt nicht mehr. Wie es dazu gekommen ist? Eine Rückschau.

imago images 97207386Vergrößern des Bildes
Alter Euroscheck ist als Zahlungsmittel nicht mehr gültig: Ein Relikt des papierbasierten, bargeldlosen Bezahlens in Europa. (Quelle: SABINE GUDATH, Sabine Gudath via www.imago-images.de/imago)

Eurocheque: Pionier des bargeldlosen Bezahlens

Der Eurocheque war eine der ersten grenzüberschreitenden Möglichkeiten, bargeldlos zu bezahlen. Eingeführt 1969, ermöglichte er es Verbrauchern in ganz Europa, mit einem Scheck Papiergeld zu ersetzen – abgesichert durch eine spezielle Garantiekarte, der späteren EC-Karte.

In Deutschland wurde der Eurocheque besonders intensiv genutzt. Allein im Jahr 1988 wurden europaweit fast eine Milliarde dieser Schecks ausgestellt. Damals waren rund 60 Millionen Eurocheque-Karten im Umlauf – das System galt als größte bargeldlose Zahlungsplattform Europas.

Dieses Duo aus Scheck und Karte wurde vor allem im Handel, bei Reisen oder bei Mietwagenbuchungen genutzt. Das System war einfach: Der Kunde füllte den Scheck aus, legte die Karte dazu, und der Händler konnte sicher sein, sein Geld zu bekommen – auch wenn das Konto des Kunden nicht gedeckt war. Denn die Bank garantierte den Betrag bis zu einer festgelegten Höchstsumme.

Musterexemplar einer von Giesecke & Devrient (G&D) entwickelten EC-Karte in München: Die EC-Karte garantierte den Händlern, dass der Eurocheque eingelöst werden konnte.Vergrößern des Bildes
Musterexemplar einer von Giesecke & Devrient (G&D) entwickelten EC-Karte in München: Die EC-Karte garantierte den Händlern, dass der Eurocheque eingelöst werden konnte. (Quelle: imago stock&people/imago)

Garantie mit Ablaufdatum

Doch genau diese Garantie wurde dem Eurocheque zum Verhängnis. Zum 1. Januar 2002 verlor er seine zentrale Funktion: Die Banken garantierten die Auszahlung nicht mehr. Ein Eurocheque war ab diesem Datum nur noch ein gewöhnlicher Scheck, dessen Einlösung davon abhing, ob das Konto des Ausstellers gedeckt war. Damit entfiel der entscheidende Vorteil und mit ihm die Grundlage für das gesamte System. Das Bezahlen mit Scheck und Karte war damit überholt. Und der Eurocheque war Geschichte.

Zugleich war der technologische Fortschritt nicht aufzuhalten. Schon in den 1980er-Jahren hielten Geldautomaten Einzug. Die EC-Karte, ursprünglich nur als Garantiekarte gedacht, bekam einen Magnetstreifen und neue Funktionen: erst für das Geldabheben am Automaten, später für das Bezahlen per PIN im Laden. Mit der Einführung des sogenannten „Electronic Cash“-Verfahrens in den 1990er-Jahren wurde das bargeldlose Zahlen deutlich einfacher und sicherer – ganz ohne Papier.

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