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Home » Whale Timmy: Können Walgesänge ihn noch retten? Biologe bereitet Autopsie vor
Welt

Whale Timmy: Können Walgesänge ihn noch retten? Biologe bereitet Autopsie vor

MitarbeiterBy MitarbeiterApril 12, 2026
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Whale Timmy: Können Walgesänge ihn noch retten? Biologe bereitet Autopsie vor

Von&nbspKirsten Ripper&nbsp&&nbspEuronews

Veröffentlicht am
04.12.2026 – 18:20 GMT+2

„Es hat keinen Sinn, ein Tier zu tragen, das zu schwach ist, um in tieferes Wasser hinauszuschwimmen. Das ist, als würde man einen Vogel, der die Windschutzscheibe getroffen hat, in die Luft werfen und hoffen, dass er wieder fliegt. Dann stirbt der Vogel woanders, nur nicht vor meiner Haustür. Das ist eine Folter für dieses Tier.“ Das sagt Lisa Klemens vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund im Interview mit der führenden deutschen Tageszeitung SZ.

Auch ihre Kollegin, die Meeresbiologin Anja Gallus, sieht den Umgang mit dem Buckelwal, der von Menschen und Medien liebevoll „Timmy“ genannt wird, kritisch. Für die Forscher hat er keinen Namen: „Der Wal ist ein wildes Tier, kein Haustier, zu dem man eine liebevolle Beziehung aufbauen kann. Das heißt aber nicht, dass wir keine Gefühle für dieses Tier haben. Wir versuchen, ihm zu helfen, so gut wir können. Deshalb sind wir in die Wissenschaft gegangen.“

Doch Lisa Klemens, die sich auf die Obduktion des geschwächten Tieres vorbereitet und im Internet beleidigt und bedroht wird, nennt den Wal „Timmy“.

Welche Geräusche könnten den Wal Timmy mobilisieren?

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus glaubt, dass keine realistische Hoffnung mehr auf die Rettung des Buckelwals bestehe.

Allerdings machte Timmy kürzlich am Samstagabend einige ungewöhnliche Geräusche. Wie der NDR berichtet (Quelle auf Deutsch)Das Wissenschaftsteam untersucht nun, ob es sinnvoll ist, die Walaufnahmen der eigenen Lieder unter Wasser abzuspielen. Nach Angaben des Ministers handelt es sich dabei um einen „minimalinvasiven Versuch, den Wal zu mobilisieren“.

Meeresbiologe Klemens spricht vom „Knurren“ des Wals. Sie habe sich „fast gescholten“ gefühlt, als das Tier Ende März knurrte, weil die Experten mit einem Boot in seine Nähe gefahren waren.

Als Reaktion auf die heftige Kritik hat das Umweltministerium in Schwerin nun den Bericht zur Einschätzung des gestrandeten Buckelwals vor der Insel Poel veröffentlicht (Quelle auf Deutsch) im Internet. Allerdings weisen die Forscher des Deutschen Meeresmuseums darauf hin, wie unbegründet die Vorwürfe oft sind, wenn Menschen – „in der einen Hand ein Megaphon und in der anderen ein Fischbrötchen haltend“ – protestieren.

Wie lange wird es dauern, bis Timmy stirbt?

Niemand kann sagen, wie lange es dauern wird, bis der gestrandete Buckelwal stirbt. Meeresbiologe Gallus erklärt: „Es klingt hart, aber wir müssen möglicherweise warten, bis der Wal verhungert ist, und das kann einige Zeit dauern. Wale fressen sechs Monate lang nichts. Obwohl er gerade aus einer Region gekommen ist, in der er wenig gefressen hat, ist er nicht vollständig abgemagert.“ Die Forscher geben zu, dass dies grausam erscheinen mag.

Timmy hat sich in den letzten Wochen immer wieder anders verhalten, als es ein Buckelwal normalerweise tun würde, nämlich hinaus ins offene Meer zu schwimmen. Das offenbar verletzte Tier ist immer wieder in die seichten Gewässer in Küstennähe zurückgekehrt.

Die Gefahr von Kiemennetzen in der Ostsee

Die Stralsunder Meeresbiologen gehen davon aus, dass sich Timmy in einem Kiemennetz verfangen hat, in dem in der Ostsee heimische Schweinswale oft qualvoll umkommen.

Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace kritisieren die bis zu 15 Meter hohen und bis zu 15 Kilometer langen Netzwände aus Nylon wegen der enormen Mengen an sogenanntem Beifang: Enten und andere Seevögel, aber auch Meeressäuger, die die dünnen Netze nicht orten können, verfangen sich darin und sterben.

Lisa Klemens erklärt, dass viele Menschen sich zwar für Timmys Schicksal interessieren und auf ein Happy End hoffen, viele wichtige Probleme jedoch unbeachtet bleiben: „Ausgestellte Netze sind eine große Gefahr, die Tiere sterben darin einen grausamen, menschengemachten Tod. Aber das interessiert niemanden, wir bekommen nicht so viel Aufmerksamkeit.“

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