„Im ersten Szenario kann sich ein Hochdruckrücken von Süd- oder Südwesteuropa bis nach Mitteleuropa ausdehnen. In diesem Fall würde die atlantische Westströmung vorübergehend nach Norden abgedrängt“, erläutert Jung die erste mögliche Wetterentwicklung. Für Deutschland und weite Teile Mitteleuropas bedeutete das überwiegend ruhiges und eher trockenes Wetter. Die Temperaturen lägen wahrscheinlich im milden bis teilweise warmen Bereich für die Jahreszeit, und die Sonne könnte sich zeitweise länger zeigen. „Nach aktuellem Stand der Ensemble-Prognosen hat dieses Szenario eine leicht höhere Wahrscheinlichkeit und wird derzeit von etwa 55 bis 65 Prozent der Modelllösungen gestützt.“
Verschiebt sich das Hoch dagegen weiter auf den Atlantik, könnte kalte Luft aus dem Norden nach Mitteleuropa strömen. Dann wären auch wieder deutlich niedrigere Temperaturen möglich.
„Das zweite Szenario geht von einer stärkeren und zonal ausgerichteten Westströmung aus. Dann würden sich Tiefdruckgebiete über dem Nordatlantik durchsetzen und mit ihren Frontensystemen wiederholt nach Mitteleuropa ziehen“, erklärt Jung. Das Wetter wäre entsprechend wechselhafter – mit mehr Wolken, zeitweiligen Regenfällen und zeitweise auffrischendem Wind. Die Temperaturen würden sich dabei meist im jahreszeitlich typischen Bereich bewegen oder zeitweise etwas darunter liegen. „Dieses Szenario wird aktuell von etwa 35 bis 45 Prozent der Ensemble-Mitglieder berechnet“, führt der Wetter-Experte weiter aus.
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Die langfristigen Prognosen lassen derzeit also zwei grundsätzliche Entwicklungen zu. In einem Szenario setzt sich eine stabile Hochdrucklage durch. Dann würde sich eher trockenes und vergleichsweise mildes Frühlingswetter einstellen. Im anderen Szenario gelangt noch einmal kältere Luft nach Mitteleuropa. Dann wären zum Ende des Monats unbeständige Wetterphasen mit Graupelschauern möglich. „Vor dem Hintergrund dieser beiden Szenarien ist Schnee zu Ostern in Deutschland derzeit eher unwahrscheinlich, aber nicht völlig ausgeschlossen“, betont Jung.
„Sollte sich das wahrscheinlichere Hochdruckszenario durchsetzen, wäre Schnee praktisch kein Thema. Die Luftmassen wären dafür zu mild, sodass Niederschläge – falls überhaupt welche auftreten – als Regen fallen würden“, so die Prognose des Meteorologen. Die Schneewahrscheinlichkeit läge dann unter etwa fünf Prozent und wäre höchstens in sehr hohen Mittelgebirgslagen kurzzeitig denkbar.
„Im wechselhafteren Atlantikszenario könnten mit durchziehenden Fronten auch kühlere Luftmassen nach Mitteleuropa gelangen. Selbst dann reicht die Temperaturstruktur im April in den meisten Fällen jedoch nicht mehr für Schnee im Flachland“, erklärt Jung. Die Wahrscheinlichkeit für Schneeregen oder nassen Schnee läge dann nur bei etwa fünf bis zehn Prozent. „In höheren Mittelgebirgen ab etwa 700 bis 900 Metern Höhe könnte es dagegen eher einmal kurzzeitig schneien, dort liegt die Wahrscheinlichkeit bei etwa 10 bis 20 Prozent.“











