Ende der Produktion bis 2027
ZF Friedrichshafen schließt Werk: 300 Jobs betroffen
21.04.2026 – 20:44 UhrLesedauer: 1 Min.
ZF Friedrichshafen plant das Ende seines österreichischen Standorts Lebring bis 2027. Der Betriebsrat übt scharfe Kritik an der Entscheidung.
Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen plant die Schließung seines Standorts im österreichischen Lebring. Die Produktion soll bis Ende 2027 eingestellt werden. Mehr als 300 Beschäftigte wären von dem Schritt betroffen.
Das Unternehmen begründet die Entscheidung mit einem schwierigen Marktumfeld. Die Nachfrage sei schwach, die Produktionsvolumina rückläufig. Zudem verwies ZF auf geopolitische und handelspolitische Unsicherheiten. Unter diesen Bedingungen habe der Standort keine nachhaltige wirtschaftliche Perspektive mehr. Ein Fortbestand sei nach Unternehmensangaben nur durch erhebliche finanzielle Unterstützung anderer Werke möglich.
In Lebring werden unter anderem Komponenten für Fahrwerksysteme gefertigt. Die Produktion soll künftig an andere Standorte verlagert werden, insbesondere nach Polen und in die Slowakei.
Kritik kommt von Arbeitnehmervertretern. Der Europäische Betriebsrat wirft dem Management vor, Informations- und Mitbestimmungsrechte nicht ausreichend beachtet zu haben. Zudem sei die geplante Schließung aus Sicht des Gremiums schwer nachvollziehbar, auch mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung des Standorts. Der Betriebsrat fordert, Alternativen zur Schließung zu prüfen.
ZF erklärte, man wolle zeitnah Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern aufnehmen, um Lösungen für die Beschäftigten zu erarbeiten und die Folgen der Schließung abzufedern.
Der Konzern steht seit einiger Zeit unter Druck. Hohe Schulden und der Wandel der Automobilindustrie zwingen viele Zulieferer zu Einsparungen und strukturellen Anpassungen. In den vergangenen Jahren hatte ZF bereits mehrere Standorte überprüft und Einschnitte angekündigt.
