Schrittzahl und Gehtempo
Wer so geht, könnte das Risiko für einen frühen Tod senken
14.09.2026 – 13:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Viele Menschen messen ihre Aktivität anhand der täglichen Schrittzahl. Doch einer neuen Studie zufolge kommt es möglicherweise auch darauf an, wie schnell man geht.
Regelmäßige Bewegung zählt zu den wichtigsten Faktoren für ein langes und gesundes Leben. Auch Gehen kann dazu beitragen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einen vorzeitigen Tod zu senken. Wie sich dabei Umfang und Intensität der Bewegung zueinander verhalten, zeigt nun eine in der Fachzeitschrift „British Journal of Sports Medicine“ veröffentlichte Forschungsarbeit.
Zügiges Gehen kann fehlende Schritte womöglich ausgleichen
Für die Untersuchung griffen die Wissenschaftler auf Daten von 103.684 Teilnehmern und Teilnehmerinnen der britischen UK Biobank zurück. Je nach Analyse flossen die Daten von rund 65.000 bis 70.000 Teilnehmern in die Auswertung ein.
Die zwischen 40 und 69 Jahre alten Probanden trugen zwischen 2013 und 2015 sieben Tage lang einen Bewegungssensor am Handgelenk. Anschließend wurde über einen Zeitraum von im Mittel acht Jahren erfasst, wie diese Werte mit Todesfällen zusammenhingen. In der Nachbeobachtungszeit starben demnach insgesamt 1.697 Menschen, davon 502 an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die Forscher verglichen zudem verschiedene Kombinationen aus täglicher Schrittzahl und Gehtempo. Dabei zeigte sich: Wer weniger als 5.000 Schritte am Tag ging, hatte bei einem höheren Tempo ein deutlich geringeres Sterberisiko als Menschen mit ähnlich wenigen Schritten, die langsamer gingen.
Auch umgekehrt war ein Effekt zu beobachten. Wer langsamer ging, aber auf 5.000 bis 7.500 Schritte täglich kam, hatte ein ähnlich niedrigeres Risiko. Das deutet den Forschern zufolge darauf hin, dass „eine höhere Intensität bei geringerem Umfang gesundheitliche Vorteile bieten kann, die mit denen bei niedrigerer Intensität, aber höherem Umfang vergleichbar sind“.
7.500 bis 10.000 Schritte schnitten am besten ab
Am niedrigsten war das Risiko für einen vorzeitigen Tod in der Gruppe, die 7.500 bis 10.000 Schritte täglich ging. Hier spielte das Gehtempo offenbar eine geringere Rolle als in den Gruppen mit weniger Schritten.
Unabhängig von der täglichen Schrittzahl war darüber hinaus ein zügigeres Tempo mit einem geringeren Sterberisiko verbunden: Wer über den Tag verteilt auf mindestens 30 Minuten mit höherer Schrittfrequenz kam, hatte in der Studie ein geringeres Sterberisiko. Dabei mussten die Minuten nicht am Stück absolviert werden – gemessen wurde der Durchschnitt der 30 aktivsten Gehminuten des Tages. Als möglichen Richtwert nennen die Forscher etwa 90 bis 100 Schritte pro Minute.
Kein Beweis für Ursache und Wirkung
Da es sich bei der Forschungsarbeit um eine Beobachtungsstudie handelt, kann sie allerdings nur Zusammenhänge aufzeigen. Dass eine bestimmte Schrittzahl oder ein bestimmtes Gehtempo einen direkten Effekt auf die Lebenserwartung haben, lässt sich nicht belegen.
Dennoch könnten die Ergebnisse für Menschen interessant sein, denen es schwerfällt, täglich auf viele Schritte zu kommen. Wer wenig Zeit hat, könnte beispielsweise von zügigerem Gehen profitieren. Für andere ist es womöglich realistischer, mehr Schritte in einem mäßigeren Tempo in den Alltag einzubauen. Beides kann sinnvoll sein – grundsätzlich ist mehr Bewegung immer positiv.