Neuer Ansatz gegen den Verkehrsinfarkt

Stau am Brenner: Wer künftig mehr Maut zahlen soll


06.08.2026 – 07:01 UhrLesedauer: 2 Min.

Neue Maut-Idee: Am Brenner könnte es teurer werden, wenn die Autobahn besonders voll ist. (Quelle: IMAGO/Eibner-Pressefoto/EXPA/Groder)

Die Belastung am Brenner wächst seit Jahren. Nun wird ein neuer Ausweg geprüft, der für viele Nutzer teuer werden könnte.

Seit Jahren staut sich der Verkehr am Brenner. Jetzt prüfen Bayern, Südtirol und das Trentino eine neue Lösung: Die Maut soll bei dichtem Verkehr steigen und bei weniger Verkehr sinken.

Zu diesem Zweck haben die drei Regionen eine gemeinsame Studie zur variablen Maut auf der Brennerautobahn gestartet. Bis Ende des Jahres wollen sie klären, ob das Modell technisch, rechtlich und wirtschaftlich umsetzbar ist. Das teilte die Bayerische Staatsregierung mit.

Die neue Maut ist vor allem für den Güterverkehr gedacht. Transportunternehmen sollen einen Anreiz bekommen, ihre Fahrten außerhalb der Stoßzeiten durchzuführen. Wer zu besonders belasteten Zeiten fährt, müsste mehr zahlen. Wer auf ruhigere Zeitfenster ausweicht, käme günstiger davon.

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Das Modell ist nicht für Pkw-Fahrer gedacht. Wer mit dem Auto über den Brenner in den Süden fährt, muss laut Bayerischer Staatsregierung keine unvorhersehbaren oder überhöhten Mautgebühren befürchten.

Zeitliche Staffelung im Test

Dringender Handlungsbedarf: Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter will den Lkw-Verkehr am Brenner besser verteilen. (Quelle: IMAGO/Matthias Gränzdörfer)

Die Studie soll nun prüfen, welche zeitliche und preisliche Staffelung sinnvoll wäre. Untersucht wird auch, wie Transportunternehmen auf ein solches System reagieren könnten.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) sieht am Brenner dringenden Handlungsbedarf. Bisherige Maßnahmen wie die Blockabfertigung und Nachtfahrverbote seien nicht geeignet, um den Güterverkehr ausreichend zu entzerren, sagte er im Mai.

Der Brenner sei „die Hauptverkehrsader in Europa und gleichzeitig ein Nadelöhr“. Ziel sei es, den Verkehr besser zu verteilen und Staus zu vermeiden.

Auch Südtirol unterstützt diesen Ansatz. Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider (Südtiroler Volkspartei) nannte die Studie „einen weiteren wichtigen Beitrag auf dem Weg zu gemeinsamen Lösungen entlang der Brennerachse“. Laut der Bayerischen Staatsregierung wird die variable Maut auch auf europäischer Ebene befürwortet.

Anwohner protestierten gegen Belastung

Trügerisches Idyll: Viele Gemeinden wie Gries am Brenner leiden massiv unter dem Transitverkehr. (Quelle: IMAGO/Volker Preusser)

Der Druck auf der Brennerroute ist hoch. Die Autobahn stellt eine zentrale Verbindung zwischen Deutschland und Italien dar, ist jedoch regelmäßig überlastet. Im Mai 2026 hatten Anwohner gegen die Verkehrsbelastung demonstriert. Das führte zu einem kompletten Stillstand der Brennerautobahn.

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