Bilanz für 2025
Weniger Verkehrstote, aber Radfahrer besonders gefährdet
23.02.2026 – 17:38 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Hamburger Polizei verzeichnet einen deutlichen Rückgang der tödlichen Unfälle im Stadtgebiet. Besorgniserregend bleibt jedoch der drastische Anstieg bei Kinderunfällen.
In Hamburg sind im vergangenen Jahr 21 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Die Zahl der Verkehrstoten ist damit um 46 Prozent gesunken, wie Polizeivizepräsident Mirko Streiber bei der Vorstellung der Verkehrssicherheitsbilanz 2025 sagte.
Mehr als die Hälfte der Todesopfer waren Radfahrer. 11 der 21 Unfalltoten verunglückten auf dem Fahrrad, vier davon mit einem E-Bike. Neun dieser tödlichen Fahrradunfälle ereigneten sich an Kreuzungen oder durch Fehler beim Abbiegen.
Bundesweite Aufmerksamkeit erhielt der Tod der Schauspielerin Wanda Perdelwitz. Die aus der Serie „Großstadtrevier“ bekannte Hamburgerin kam am 28. September in der Nähe des Dammtorbahnhofs ums Leben. Ein Beifahrer hatte unachtsam die Tür eines Campingbusses geöffnet.
Die Zahl verunglückter Kinder stieg um 25,2 Prozent auf 457. Ein elfjähriges Kind kam ums Leben, als es im Stadtteil Neugraben-Fischbek mit dem Fahrrad zur Schule fuhr. Ein Transporter erfasste den Jungen. Die Zahl der Schulwegunfälle stieg um 40 Prozent auf 130.
Die Polizei verzeichnete bei E-Scooter-Unfällen einen Anstieg um 22,7 Prozent. Die Fahrer verursachten 74 Prozent dieser Unfälle selbst. Bei 130 Unfällen war Alkohol im Spiel.
„Es wird immer noch zu schnell gefahren in dieser Stadt, trotz der Baustellensituation, die wir haben“, sagte Polizeivizepräsident Streiber. Die Polizei überwacht Verkehrsströme inzwischen mit Drohnen. Diese erfassen auch Rotlichtverstöße und zu geringen Abstand.
Die CDU-Bürgerschaftsfraktion bezeichnete die Unfallzahlen als weiterhin besorgniserregend. „Es zeigt sich, dass weniger Autos nicht zwangsläufig zu weniger Unfällen führen“, erklärte Fraktionschef Dennis Thering.
AfD-Fraktionschef Dirk Nockemann hält die gestiegene Zahl der verunglückten Kinder für ein Warnsignal. „Unsere Straßen dürfen kein Experimentierfeld grüner Verkehrspolitik sein, sondern müssen wieder zu geschützten, kindersicheren Wegen werden“, erklärte Nockemann.
Die Hamburger Polizei wird die Verkehrsüberwachung verstärken. Polizei-Vize Streiber kündigte weitere Kontrollen an. Im vergangenen Jahr blitzte die Polizei bereits rund 2.500 Fahrzeuge täglich.










