„Das ist besorgniserregend“
Übermut und Alkohol: Mehr junge Männer ertrinken
10.03.2026 – 12:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Die DLRG legt ihre Jahresbilanz vor. Besonders auffällig: Während weniger alte Menschen ertrinken, steigt die Zahl bei Jugendlichen und jungen Männern.
Im Jahr 2025 sind insgesamt 393 Menschen bei Badeunfällen in Deutschland ums Leben gekommen. Wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Dienstag mitteilte, sind das 18 Todesfälle weniger als im Jahr 2024. Die Ursache für den Rückgang sehen die Lebensretter aber vor allem im durchwachsenen Sommerwetter.
Die meisten Badeunfälle ereigneten sich demnach im Juni, als es noch weitgehend schön war. Trauriger Höhepunkt: An einem einzigen Juni-Wochenende starben 15 Menschen. „Wäre es in der folgenden Hauptferienzeit weiterhin so sonnig und heiß geblieben, hätten wir wohl erneut einen Anstieg der Opferzahl vermelden müssen“, kommentierte DLRG-Präsidentin Ute Vogt die Jahresbilanz.
Besonders zwei Zahlen sind ihr zufolge bedenklich. Sowohl in der Altersgruppe der 11- bis 20-Jährigen als auch in der Gruppe der 21- bis 30-Jährigen starben jeweils elf Menschen mehr als im Vorjahr. „Das ist besorgniserregend“, sagte Vogt.
Nur eine Person unter den 73 Opfern dieser Altersklassen sei weiblich gewesen. Vogt: „Gerade unter männlichen Jugendlichen und jungen Männern sind Übermut und Selbstüberschätzung leider weit verbreitet und ebenso wie der Konsum von Alkohol mitursächlich für tragische Unfälle.“
Auch ältere Männer sterben deutlich häufiger als Frauen. 82 Prozent aller Badetoten waren im Jahr 2025 Männer.
Weniger Tote zählte die DLRG in der Altersklasse der über 60-Jährigen: Dort sank die Zahl von 171 Toten im Jahr 2024 auf 138 Tote im Jahr 2025. Die Senioren bleiben trotzdem die Gruppe, die insgesamt die meisten Opfer verzeichnet – 138 Tote entsprechen 42 Prozent aller Opfer bekannten Alters.
158 Menschen starben 2025 in Seen und Teichen, 153 in Bächen und Flüssen, 23 in Kanälen, 17 in der Ostsee, 15 in Schwimmbädern, 5 in der Nordsee und 22 in sonstigen Gewässern. Nicht enthalten in der DLRG-Statistik sind Unglücksfälle in den eigenen vier Wänden, also etwa in der heimischen Badewanne.
Hinzu kommen jedes Jahr Unfälle, die nicht tödlich enden, aber schwere lebenslange Folgen für die Opfer haben. DLRG-Chefin Vogt sieht den Schlüssel für geringere Unfallzahlen vor allem in flächendeckendem Schwimmunterricht und in der Präventionsarbeit: Insbesondere Menschen, die nicht sicher schwimmen können, müssten für die möglichen Gefahren sensibilisiert werden. „Auch Angler auf Booten, Paddler oder Segler sind leider noch allzu oft unbedarft, was ihre eigene Sicherheit betrifft“, sagte Vogt.











