Weltweit einmalig

Mysteriöse Mutation bei Rehen gibt Experten Rätsel auf


Aktualisiert am 07.06.2026 – 02:16 UhrLesedauer: 3 Min.

Ein Rehbock (Symbolbild): Im Nordwesten bei Bremen sehen die Tiere ganz anders aus. (Quelle: IMAGO/McPHOTO/W. Rolfes/imago)

Eine seltene Genmutation färbt manche Rehe tiefschwarz. Das Phänomen fasziniert Experten seit Jahrhunderten – und beschränkt sich weltweit einmalig auf eine bestimmte Region.

Spätestens in der Dämmerung lassen sie sich entdecken: Rehe. Meist sind die bis zu 35 Kilogramm schweren Tiere im Wald und auf Wiesen unterwegs, auch neben Autobahnen oder in stadtnahen Gebieten tauchen sie immer wieder auf. Für viele Menschen ist ihr Anblick nichts Ungewöhnliches – Schätzungen zufolge leben in Deutschland rund 2,5 Millionen Rehe. Eine seltene Ausnahme bilden jedoch schwarze Rehe: Sie kommen ausschließlich im Nordwesten Deutschlands vor.

Körperbau, Gewicht, Geweih: In ihrer Anatomie unterscheiden sich schwarze Rehe nicht von ihren rotbraunen Artgenossen. Optisch fallen sie jedoch auf – ihr Fell reicht von dunkelgrau bis tiefschwarz. Besonders macht die Tiere auch ihr Verbreitungsgebiet: Sie kommen fast ausschließlich im Nordwesten Deutschlands vor. Warum das so ist, gibt Fachleuten bis heute Rätsel auf.

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Enges Verbreitungsgebiet bleibt ein Rätsel

Das Phänomen der schwarzen Rehe nennen Experten Melanismus. Bekannt ist, dass diese Tiere durch einen Gendefekt vermehrt schwarze Pigmente bilden und sich deshalb auch ihr Fell schwarz färbt. Warum diese äußerst seltenen Tiere jedoch fast ausschließlich in den Tiefebenen zwischen Ems und Elbe zu finden sind und sich nicht flächendeckend in anderen Teilen Deutschlands verteilen, darüber liegen Fachleuten bislang keine Erkenntnisse vor.

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Die Geschichte der schwarzen Rehe geht, je nach Quelle, bis vor das Jahr 1000 zurück. Gerade im Bereich um Haste bei Hannover sollen bereits damals erste Exemplare gesichtet worden sein. Noch heute trägt die Gemeinde in ihrem Wappen einen schwarzen Rehbock, der das Schaumburger Nesselblatt überspringt. Weitere Berichte belegen zudem, dass das schwarze Reh spätestens im 16. Jahrhundert auch im Bereich Verden, Osnabrück und im Landkreis Lüchow-Dannenberg sesshaft wurde.

Vereinzelt wurden Tiere im Taunus, an der Grenze von Niedersachsen zu Nordrhein-Westfalen und in Unterfranken gesichtet. Allerdings soll es sich dabei um wenige Exemplare beziehungsweise isolierte Bestände gehandelt haben.

Lüneburger Heide: Schwarze Rehe kommen nur im Nordwesten Deutschlands vor. Ihr Kerngebiet liegt laut Experten in der Lüneburger Heide. (Quelle: IMAGO/imago)
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