In Serbien schaut man etwas neidisch über die Grenze nach Kroatien, wo der Tourismus boomt. Kein Wunder, Kroatien liegt an der Adria und verfügt über unzählige zauberhafte Inseln. Serbien hat hingegen keinen Zugang zum Mittelmeer. Aber Zustände wie zum Beispiel in Dubrovnik (lesen Sie hier mehr dazu), wo sich in der Hochsaison die Tourismusmassen durch die Stadt wälzen, wollen die Serben auch nicht.
Bisher lag die Tourismusstrategie auf Städtereisen, zum Beispiel nach Belgrad. Nun soll der ländliche Raum Serbiens für Urlauber interessant gemacht und der Bevölkerung so Arbeit verschafft werden. Dazu stehen Skitourismus, Vogelbeobachtung, Heil- und Kuraufenthalte an natürlichen Quellen und Wellnessurlaube im Fokus. „In Serbien sehen die Menschen das Wort ‚Tourist‘ als etwas Positives an“, sagt George Colvin-Slee vom Reiseveranstalter Cox & Kings. „Es ist ein unentdeckter Ort für viele Menschen.“
Georgien liegt am Schwarzen Meer und ist vielen nur als ehemalige Sowjetrepublik bekannt. Doch immer mehr Menschen entdecken das Potenzial des Landes zwischen Meer und Kaukasus, das sich als Verbindungsstück zwischen Europa und Asien versteht. Kein Wunder, lief doch ein Abschnitt der berühmten antiken Seidenstraße durch das Land. Auch dieses Erbe soll den Georgiern dabei helfen, Touristen ins Land zu locken.
Damit die sich in einem Land, dessen Infrastruktur bisher nicht mit modernen Standards mithalten kann, auch zurechtfinden, gibt es unter anderem eine Schild-Offensive. Warum? Die georgische Sprache wird in der Schriftart Mchedruli geschrieben – einem Alphabet mit 33 Buchstaben, das außerhalb des Landes kaum jemand lesen kann. Wichtige Orts- und Richtungsschilder sollen nach und nach auch in lateinischen Buchstaben beschriftet werden. Ein erster, bedeutungsvoller Schritt, damit Gäste sich hier wohlfühlen und selbstständig zurechtfinden.
