Lufthansa

Über 400 Flüge gestrichen: Drohen bald neue Streiks?

12.02.2026 – 20:02 UhrLesedauer: 2 Min.

Nichts los am Schalter der Lufthansa: Allein in Frankfurt entfielen am Donnerstag 450 von 1.117 geplanten Flügen. (Quelle: Imago/5VISION.NEWS)

Der Warnstreik bei der Lufthansa trifft vor allem den Frankfurter Flughafen hart. Passagiere sind sauer – und müssen wohl mit weiteren Einschränkungen rechnen.

Zeitgleich haben am Donnerstag Piloten und Flugbegleiter der Lufthansa gestreikt – der Betrieb der größten deutschen Fluggesellschaft kam bundesweit weitgehend zum Erliegen. Nach Angaben der Airline fielen knapp 800 Flüge mit rund 100.000 Passagieren aus. „Der ganztägige Streik der Gewerkschaften Ufo und Vereinigung Cockpit (VC) am heutigen Donnerstag, dem 12. Februar, trifft unsere Fluggäste extrem hart und unverhältnismäßig“, teilte das Unternehmen mit.

Besonders stark spürbar waren die Auswirkungen an den Drehkreuzen Frankfurt und München. Am Frankfurter Flughafen entfielen 450 von 1.117 geplanten Flügen. In Terminal A, das ausschließlich von der Lufthansa genutzt wird, bildeten sich lange Schlangen an den Umbuchungsschaltern. Eurowings und andere nicht bestreikte Tochtergesellschaften führten rund 400 Flüge durch, darunter Zusatzflüge von Düsseldorf und Hamburg nach München.

Die Pilotengewerkschaft VC fordert höhere Betriebsrenten für rund 4.800 Piloten, die Kabinengewerkschaft Ufo will neue Verhandlungen bei der Lufthansa-Kerngesellschaft und der von Schließung bedrohten Regionaltochter Cityline erzwingen, wo 800 Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. VC-Präsident Andreas Pinheiro erklärte: „Wir sehen in Frankfurt eine sehr gute Beteiligung.“ Ufo-Tarifexperte Harry Jaeger ergänzte: „Der Streik läuft, wie wir es erwartet haben.“

Lufthansa-Arbeitsdirektor Michael Niggemann kritisierte die Aktionen: „Wir brauchen den konstruktiven Dialog, nicht die Eskalation – nur so erzielen wir tragfähige Lösungen. Ein Streik hilft den Zukunftsperspektiven unserer Beschäftigten nicht und trifft vor allem unsere Fluggäste.“ Die Gewerkschaften trügen auch eine Mitverantwortung für die Zukunft des Unternehmens.

Passagiere am Frankfurter Flughafen berichteten von massiven Einschränkungen: „Ich brauche eine Dusche, ich muss essen und schlafen und ich bin krank, ich brauche einen Arzt. Ich weiß nicht, was ich jetzt machen soll“, sagte ein Reisender aus Äthiopien. Wegen des Streiks komme er nun erst am Freitag weiter nach Norwegen.

Die Lufthansa befindet sich derzeit in einer Sanierungsphase, nachdem die Kerngesellschaft 2024 in die Verlustzone geraten ist. VC-Chef Pinheiro schloss weitere Streiks für höhere Betriebsrenten nicht aus: „Als Gewerkschaft haben wir nicht viele Mittel außer dem Arbeitskampf. Wenn es kein Angebot gibt, dreht sich die Eskalationsspirale immer weiter.“

Share.
Exit mobile version