Sonnencreme weiter belastet

Umweltbundesamt: Schadstoff im Urin fast aller Kinder


Aktualisiert am 17.02.2026 – 18:05 UhrLesedauer: 2 Min.

MnHexP ist ein Abbauprodukt des Weichmachers Di-n-hexylphthalat (DnHexP), der als fortpflanzungsschädigend gilt. (Symbolbild) (Quelle: Bernd Thissen/dpa/dpa-bilder)

Erneut entdeckte das Umweltbundesamt im Urin zahlreicher Menschen Spuren eines gefährlichen Weichmachers. Der Ursprung: Sonnencreme. Besserung ist erst ab 2027 zu erwarten.

Im Urin von Kindern und Jugendlichen ist dem Umweltbundesamt (Uba) zufolge weiterhin verbreitet eine fortpflanzungsschädigende Substanz zu finden. In 92 Prozent der im Frühjahr und Sommer 2025 gesammelten Proben – also fast allen – sei sogenanntes MnHexP nachgewiesen worden, teilte die Behörde mit. Der große Anteil belasteter Proben sowie die teils sehr hohen Konzentrationen seien überraschend, sagte Uba-Präsident Dirk Messner.

MnHexP ist ein Abbauprodukt des gesundheitsschädlichen Weichmachers Di-n-hexylphthalat (DnHexP). Weichmacher werden unter anderem harten und spröden Kunststoffen wie Polyvinylchlorid (PVC) beigemengt, um ihnen elastische Eigenschaften zu verleihen. Ihre Einsatzmöglichkeiten sind jedoch vielfältig.

MnHexP ist laut Uba in der EU nicht zugelassen. Im Jahr 2024 hatte das Uba erstmals über MnHexP-belastete Urinproben berichtet. Etwa zur gleichen Zeit entdeckte das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima in Nordrhein-Westfalen den Stoff in Urinproben von Kindergartenkindern.

Die Herkunft war zunächst unbekannt. Die Funde ließen sich schließlich auf eine Verunreinigung eines UV-Filters in Sonnencremes zurückführen, wie es vom Uba hieß. „Dieser Zusammenhang zeigt sich auch bei den aktuellen Daten wieder.“ DnHexP kann demnach bei der Herstellung des häufig zugesetzten UV-Filters Diethylamino-Hydroxybenzoyl-Hexylbenzoat (DHHB) entstehen.

Für Sonnenschutzmittel mit diesem UV-Filter werden in der EU erst ab Januar 2027 strengere Regeln für den maximal erlaubten DnHexP-Gehalt gelten, wie es vom Uba hieß. Messner betonte aber auch, dass die Verwendung von Sonnenschutzmitteln bei Kindern und Jugendlichen essenziell bleibe, um das Risiko von Hautkrebs zu minimieren.

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