Er starb kurz vor seinem Geburtstag
WDR trauert um Albrecht Reinhardt
02.10.2026 – 17:28 UhrLesedauer: 2 Min.
Er berichtete aus Moskau, Warschau und Nairobi und moderierte den „Weltspiegel“. Nun ist der frühere stellvertretende WDR-Chefredakteur Albrecht Reinhardt gestorben.
Der WDR trauert um Albrecht Reinhardt. Über Jahrzehnte begleitete er politische und gesellschaftliche Veränderungen im Ausland, berichtete über den Wandel in Osteuropa, Kriege und Krisen in Afrika sowie Entwicklungen in Russland. Am Sonntag, dem 27. September, ist der Journalist im Alter von 81 Jahren gestorben, wie der Sender nun bekannt gab. Nur wenige Tage später hätte er seinen 82. Geburtstag gefeiert.
WDR-Programmdirektor Ingmar Cario würdigte Reinhardts Arbeit und seinen Umgang mit den Menschen im Sender. „Mit seinen herausragenden Kenntnissen und seiner zugewandten Art war er als Journalist und Führungskraft Vorbild für viele Kolleginnen und Kollegen im Haus“, erklärte er. „Seiner Familie gilt unser Mitgefühl.“
Zum WDR kam Reinhardt Mitte der Siebzigerjahre, nachdem er in Köln und Bonn Geschichte studiert hatte. Seine ersten Stationen waren das Landesprogramm und das politische Fernsehmagazin „Monitor“.
Reinhardt hinterfragte auch die eigene Branche
Im August 1994 wurde er Leiter der Programmgruppe Aktuell im WDR-Fernsehen. Damit verantwortete er unter anderem die Kölner „Tagesschau“-Redaktion. Drei Jahre später übernahm er die Programmgruppe Ausland und wurde stellvertretender Chefredakteur. Fernsehzuschauern war Reinhardt zudem als Moderator des „Weltspiegel“ bekannt. Das Format moderierte er von 1997 bis 2001.
Mit der Rolle des Journalismus setzte sich Reinhardt auch kritisch auseinander. Während des Kosovokrieges 1999 bemängelte er die Informationspolitik der Bundesregierung und warnte davor, Formulierungen des Militärs ungeprüft zu übernehmen. Er sah es als gefährlich an, wenn kritische Nachfragen an die eigene Regierung als Unterstützung für den Kriegsgegner ausgelegt wurden.
2002 kehrte Reinhardt als Korrespondent nach Moskau zurück und leitete das dortige ARD-Studio. Bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2007 berichtete er aus Russland und den ehemaligen Sowjetrepubliken. Eine seiner letzten größeren Produktionen war die zweiteilige Reisereportage „Auf der Transsib – Von Moskau nach Peking“.
