Herr Chapagain, was sind die Hauptaufgaben des ABCD-Zentrums?
Wir suchen nach Antworten auf die globalen Herausforderungen der Wassersicherheit und konzentrieren uns auf die Anpassung an ein sich änderndes Klima. Wir glauben, dass Forschung, Lehre und die Bereitstellung von Wissen für die praktische Anwendung der beste Weg sind, dies zu erreichen. Wir veranstalten beispielsweise Workshops, um Forscher und Regierungsbehörden zusammenzubringen. Gemeinsam entwickeln sie Ideen zur Bewältigung lokaler und regionaler Herausforderungen in Bereichen wie städtisches Wassermanagement, Hochwasserrisiko, Dürrevorsorge oder Küstenschutz. In unserem internationalen Masterstudiengang Water Security and Global Change bilden wir die Wasserexperten von morgen aus.
Wie kann ein erfolgreicher Austausch zwischen Forschung und lokaler Politik und Regierung gelingen?
Neue Forschungsergebnisse müssen dringend Eingang in Politik und Praxis finden! Mein Lieblingsbeispiel ist ein Workshop, der in Cebu auf den Philippinen stattfand. Die Stadt kämpft mit Taifunen und ihren Folgen – wie Überschwemmungen und unterbrochener Wasserversorgung. Im November 2025 kamen Regierungsbehörden, Wasserversorger, NGOs und Forscher zusammen, um an dem Workshop teilzunehmen. Gemeinsam entwickelten sie einen Aktionsplan. Dabei geht es unter anderem um die Stärkung des naturnahen Küstenschutzes durch die Wiederherstellung von Mangrovenwäldern. Darüber hinaus wurden im zuständigen Ministerium eine eigene Abteilung für Wasserressourcen und eine Wasserregulierungskommission eingerichtet.
Warum ist eine globale Perspektive notwendig, wenn man lokale Wasserprobleme angeht?
Die Sicherung der Wasserversorgung und die Anpassung an den Klimawandel sind globale Herausforderungen, die kein Land alleine bewältigen kann. Es ist wichtig, Erfahrungen und Ideen aus möglichst vielen verschiedenen Regionen auszutauschen, um bewährte Lösungen an regionale Gegebenheiten anzupassen. Darüber hinaus können sich internationale Netzwerke in globalen Debatten besser Gehör verschaffen.
Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit deutschen Universitäten?
Das ABCD-Zentrum profitiert von der Forschungsexpertise der TU Dresden und der RWTH Aachen, beispielsweise bei der Hochwassermodellierung und urbanen Wassersystemen. Es besteht ein intensiver Austausch zwischen Forschern und Studierenden aus dem Globalen Süden und Deutschland.
