Hyundai Nexo im Test

Ist das Wasserstoffauto schon heute eine Alternative?


20.09.2026 – 08:15 UhrLesedauer: 7 Min.

Hyundai Nexo an der Tankstelle: Der Vorgang soll maximal fünf Minuten dauern.

Hyundai Nexo an der Tankstelle: Der Vorgang soll maximal fünf Minuten dauern. (Quelle: Clausen)

Der Hyundai Nexo zeigt, wie unspektakulär ein Wasserstoffauto fahren kann. Doch der Alltag entscheidet, ob die Technik eine Alternative zu Benziner, Diesel oder Elektroauto sein kann.

Tanken in wenigen Minuten, rund 500 Kilometer Reichweite und kein CO2 aus dem Auspuff: Wasserstoff klingt nach einer interessanten Alternative – vor allem zum Elektroauto, bei dem Kritiker noch immer die langen Ladezeiten bemängeln. Dennoch ist die Auswahl überschaubar. In Deutschland stehen derzeit mit dem Toyota Mirai und dem Hyundai Nexo nur zwei Brennstoffzellen-Pkw in den Autohäusern.

Auto mit Brennstoffzelle: Toyota Mirai. (Quelle: Toyota/dpa)

Wie gut funktioniert Wasserstoff heute im Alltag? Um das herauszufinden, war t-online mehrere Tage mit dem Hyundai Nexo unterwegs. Die erste Überraschung: Eigentlich gibt es zunächst gar nicht so viel zu entdecken.

Fährt sich wie ein Elektroauto – weil er eines ist

Mit 4,75 Metern Länge und 1,87 Metern Breite ist der Nexo ein stattliches SUV. Gerade in der Stadt merkt man schnell, wie viel Fläche das Auto beansprucht. Im Gegenzug gibt es reichlich Platz, auch auf der Rückbank.

Optisch spielt Hyundai mit Details. Immer wieder tauchen im Design vier Punkte auf – am Lenkrad, auf den Fußmatten und in der Lichtsignatur. Erklärung: Im Morsealphabet stehen vier Punkte für den Buchstaben H. Dieses Thema nutzt Hyundai auch bei den elektrischen Ioniq-Modellen. Hinzu kommt eine sehr markante Seitenansicht mit Fenster zwischen C- und D-Säule. Innen ist der Nexo insgesamt sauber verarbeitet, auch wenn manche glatten Flächen an den Türen etwas schlicht wirken.

Keine Experimente: Der Innenraum ähnelt dem anderer Hyundai-Modelle. (Quelle: Hyundai)

Beim Fahren fühlt sich der Nexo wie ein klassisches E-Auto mit Batterie an: Fahrstufe einlegen, Strom geben, losfahren. Der Elektromotor leistet laut Hyundai 150 Kilowatt, also 204 PS, und liefert maximal 350 Newtonmeter. Der Nexo kann damit beim Beschleunigen durchaus Druck aufbauen, ohne deshalb ein Sportwagen sein zu wollen.

Sein Kraftwerk ist mit an Bord

Dass „Elektroauto“ auch beim Nexo die richtige Beschreibung ist, zeigt die Technik: Die Räder treibt ein Elektromotor an. Der entscheidende Unterschied liegt darin, woher dessen Strom kommt – nämlich nicht aus einer Batterie.

In der Brennstoffzelle reagiert Wasserstoff aus den drei Tanks mit insgesamt 6,69 Kilogramm Fassungsvermögen mit Sauerstoff aus der Umgebungsluft. Dabei entsteht elektrische Energie. Eine kleine Hochvoltbatterie dient unter anderem als Puffer und nimmt beim Rekuperieren, also beim Verzögern, Energie auf. Hyundai nennt dafür eine Kapazität von 2,64 Kilowattstunden. Über Vehicle-to-Load, kurz V2L, versorgt der Nexo externe elektrische Geräte wie E-Bikes. Eine Möglichkeit, das Auto wie einen normalen Stromer an einer Ladesäule aufzuladen, gibt es dagegen nicht.

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