Nicht nur das Herz leidet
Was Schlafmangel mit dem Körper macht
Aktualisiert am 03.11.2025 – 08:14 UhrLesedauer: 3 Min.
Im Schlaf finden wichtige Heilungs- und Regenerationsprozesse statt – er ist daher überlebenswichtig. Schlafmangel birgt gesundheitliche Risiken.
Fehlt dem Körper Schlaf, signalisiert er deutlich den Bedarf nach Erholung: Wir fühlen uns müde und erschöpft, können uns schlechter konzentrieren, reagieren langsamer und sind in schlechterer Stimmung. Während der Körper kurzzeitigen Schlafmangel in der Regel gut ausgleichen kann, leidet bei anhaltendem Schlafdefizit die Gesundheit.
Wie viel Schlaf ein Mensch braucht, um am nächsten Tag fit und ausgeruht in den Tag zu starten, ist unterschiedlich. Zwischen fünf und neun Stunden Schlaf sind für einen Erwachsenen normal. Im Schnitt schläft ein Erwachsener sieben Stunden pro Nacht. Auf die Schlafzeit allein kommt es aber nicht an. Entscheidend ist der Erholungswert des Schlafes.
Wer weniger schläft, als sein Körper braucht, bekommt das schnell zu spüren. Fehlt dem Körper Schlaf, zeigen sich:
Auch die Sprachfähigkeit leidet, die Reaktionsfähigkeit verlangsamt sich und Situationen können schlechter eingeschätzt werden. Am Steuer besteht erhöhtes Unfallrisiko durch den sogenannten Sekundenschlaf.
Schlafmangel beeinflusst auch das Hormonsystem. Beispielsweise steigt bei wenig Schlaf die Produktion des appetitanregenden Hormons Ghrelin. Der Spiegel des Sättigungshormons Leptin hingegen sinkt. Wer müde ist, isst daher oft deutlich mehr als im ausgeschlafenen Zustand. Die zusätzliche Nahrungsaufnahme soll den Körper mit einem Plus an Energie versorgen und ihn wieder leistungsfähiger machen. Zugleich wirkt Essen wie ein Stressdämpfer und hilft, Anspannungen abzubauen. Beim Essen wird Dopamin ausgeschüttet und das Belohnungszentrum aktiviert.
Hält Schlafmangel länger an, steigt das Risiko für Erkältungen. Im Schlaf finden eine Aktivierung des Immunsystems sowie wichtige Heilungs- und Regenerationsprozesse statt. Fehlt Schlaf, leidet das Immunsystem. Der Körper wird anfälliger für Infektionen. Und nicht nur das: Laut dem Bundesministerium für Gesundheit erhöhen krankhafte Schlafstörungen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck und Herzinfarkt, aber auch für Erkrankungen wie Diabetes Typ 2, Demenzerkrankungen, Depressionen und Angststörungen.
Viele Menschen schlafen dauerhaft zu wenig. Schlafmangel kann unterschiedlich bedingt sein. Schichtarbeit, Pflegetätigkeit, berufliches Reisen, Feiern, Kinder umsorgen, Stress und psychische Belastungen – es gibt viele Lebenssituationen, bei denen der Schlaf zu kurz kommt. Manche Menschen haben aber auch krankhafte Schlafstörungen: Sie können etwa nicht gut ein- oder durchschlafen. Viele wachen zudem zu früh auf. Schätzungen zufolge leidet etwa jeder zehnte Erwachsene an mehr oder weniger kontinuierlichen Schlafstörungen.
Von einer Schlafstörung sprechen Experten, wenn Betroffene mehr als einen Monat lang in mindestens drei Nächten pro Woche so schlecht schlafen, dass die Lebensqualität beeinträchtigt ist. Laut der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) trägt Stress in erheblichem Maße zu Ein- und Durchschlafstörungen bei.
Durch Stress bedingte Schlafstörungen könnten unter Umständen sogar dann noch anhalten, wenn die Auslöser dafür nicht mehr bestehen. Die Ein- oder Durchschlafstörungen beruhen der DGSM zufolge dann auf Gewöhnungseffekten, die eine allgemeine Anspannung und ausgeprägte Angst vor Schlaflosigkeit hervorrufen.










