Trotz steigender Spritpreise

Warum Busreisen in der Ölkrise plötzlich attraktiv sein könnten

11.03.2026 – 12:35 UhrLesedauer: 2 Min.

Dolomiten-Ausflug: Ein deutscher Reisebus schlängelt sich den Valparolapass hinauf. (Quelle: Jochen Tack)

Mit dem Beginn des Iran-Kriegs steigen die Spritpreise deutlich. Trotzdem könnten ausgerechnet Busreisen für Urlauber jetzt interessant sein.

Viele Reisende blicken derzeit besorgt auf die Preise an den Tankstellen. Höhere Energiekosten treffen auch die Tourismusbranche. Busreiseveranstalter rechnen damit, dass sie einen Teil der Mehrkosten an ihre Kunden weitergeben müssen. Gleichzeitig bleibt die Reise mit dem Bus im Vergleich zum Urlaub mit dem eigenen Auto oft günstiger. Darauf weist die Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk) hin.

Der Verband bewertet komfortable Reisebusse mit einem Sterne-System und setzt sich für Qualität und Komfort im Busreiseverkehr ein. Vorsitzender Hermann Meyering erklärt: „Reisebusse sind im Verbrauch äußerst effizient, sodass sich mögliche Preisanpassungen für die Kunden in einem moderaten Rahmen bewegen.“

Der Grund liege im vergleichsweise niedrigen Energieverbrauch von Reisebussen. Analysen des Umweltbundesamtes zeigen, dass ein Reisebus nur etwa ein Viertel der Energie benötigt, die ein Pkw verbraucht. Viele Menschen reisen gleichzeitig in einem Fahrzeug. Dadurch sinkt der Energiebedarf pro Person deutlich.

Die Gütegemeinschaft Buskomfort bewertet moderne Reisebusse mit einem Sterne-System. Dieses System soll Reisenden Orientierung bieten. Busse mit hoher Einstufung verfügen etwa über großzügige Beinfreiheit, moderne Technik an Bord und einen umfangreichen Service. Neben Komfort hebt der Verband auch den Umweltvorteil hervor. Weil Reisebusse viele Fahrgäste gleichzeitig transportieren und vergleichsweise wenig Energie pro Person verbrauchen, gelten sie als besonders umweltfreundliches Verkehrsmittel.

Auch rechtlich genießen Reisende einen Schutz, wenn Veranstalter ihre Preise anpassen wollen. Das Pauschalreiserecht setzt klare Grenzen. Nach der Buchung dürfen Veranstalter den Reisepreis wegen steigender Treibstoffkosten nur um maximal acht Prozent erhöhen. Anbieter müssen eine solche Anpassung begründen und ihre Kunden spätestens 20 Tage vor Reisebeginn informieren.

Steigt der Preis stärker als erlaubt, können Reisende kostenlos vom Vertrag zurücktreten. Sinkt der Treibstoffpreis später wieder, haben Kunden umgekehrt Anspruch auf eine Preissenkung. „Unsere Erfahrung zeigt aber, dass Kunden moderate Preisaufschläge aufgrund gestiegener Spritkosten nachvollziehen können“, so Meyering.

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