Unreine Haut
Was tun, wenn die Hormone schuld sind?
Aktualisiert am 02.03.2026 – 07:41 UhrLesedauer: 4 Min.
Mitesser, eitrige Pusteln und entzündete Papeln – oft sind hormonelle Schwankungen die Ursache für unreine Haut. Was hilft gegen die „hormonelle Akne“?
Was umgangssprachlich von vielen Betroffenen als „hormonelle Akne“ bezeichnet wird, gibt es in der Fachliteratur so nicht. Die Medizin kennt verschiedene Akne-Arten, und bei vielen von ihnen spielen auch hormonelle Einflüsse eine Rolle. Ein eigenständiger Fachbegriff ist „hormonelle Akne“ jedoch nicht. Dennoch deutet er an, wie groß der Einfluss von Hormonen auf das Hautbild ist. Das wohl bekannteste Beispiel ist die Acne vulgaris, die vor allem in der Pubertät auftritt, wenn sich die Hormonsituation verändert. Doch auch Erwachsene können unreine Haut haben. Nachfolgend erfahren Sie, welche Ursachen Akne hat und was Betroffenen helfen kann.
Unreine Haut ist keine Seltenheit: Viele Menschen kennen Pickel und Mitesser. Vor allem im Bereich von Stirn, Nase und Kinn zeigen sich die Hautunreinheiten. Von Akne sprechen Fachleute, wenn die Hautprobleme über einzelne Pickel hinausgehen und sich eine Vielzahl an offenen oder geschlossenen Mitessern, geröteten Papeln, eitrigen Pusteln und tieferliegenden, entzündeten Knötchen zeigt. Betroffen sind neben dem Gesicht oft auch Rücken, Schultern und Dekolleté. Laut dem Bundesministerium für Gesundheit sind Aknepickel hartnäckiger als gewöhnliche Pickel und Mitesser. Akne ist weltweit die häufigste dermatologische Erkrankung.
Die genetische Veranlagung sowie hormonelle Umstellungen spielen bei unreiner Haut eine bedeutende Rolle. Akne tritt meist in der Pubertät zum ersten Mal auf. Die veränderte Hormonsituation – unter anderem wird das Sexualhormon Testosteron vermehrt gebildet – kurbelt die Talgproduktion an. Doch die Bildung von mehr Fett in den Poren ist nicht das alleinige Problem.
Zeitgleich kommt es bei Akne zu einer Verhornungsstörung. Am Ausgang der Talgdrüsen bildet sich eine Hornschicht. Der Talg kann nicht mehr abfließen und verstopft die Poren. Mitesser entstehen. Die gefüllten Poren bieten Aknebakterien Nahrung, darunter Cutibacterium acnes (früher Propionibacterium acnes genannt). Entzündete Papeln, eitrige Pusteln und schmerzende Knötchen unter der Haut können entstehen. Der Schweregrad von Akne reicht von leichten Mitessern (Komedonen) bis zu schweren entzündlichen Formen mit Narbenbildung.
Hormonelle Einflüsse spielen bei der Entstehung unreiner Haut eine gewichtige Rolle. Hormonelle Ungleichgewichte, wie sie beispielsweise in Pubertät, Schwangerschaft, Stillzeit sowie um die Periode herum auftreten, spiegeln sich häufig in einem verschlechterten Hautbild wider.
Besonders männliche Sexualhormone (Androgene) wie Testosteron und Dihydrotestosteron sind eine bedeutende Einflussgröße. Sie stimulieren die Talgproduktion in den Poren und fördern die Verhornung der Ausführungsgänge. Die Haut bildet mehr Fett, wird ölig und glänzend.
Schwankungen der weiblichen Sexualhormone Östrogen und Progesteron können die Talgproduktion in den Poren ebenfalls aus dem Gleichgewicht bringen. Unreine Haut zeigt sich bei Frauen oft in der zweiten Zyklushälfte, wenn der Östrogenspiegel sinkt und der Progesteronspiegel steigt, was die Talgbildung anregt.
Ob tatsächlich die Hormone schuld an der unreinen Haut sind, lässt sich durch eine ärztliche Hormonuntersuchung klären, etwa bei einem Dermatologen, Gynäkologen oder Andrologen. Hinweise, dass die Hormonsituation eine Rolle spielt, sind beispielsweise:
