„Der Unterschied ist also spürbar – aber vermutlich geringer als viele Anleger befürchten“, sagt Kielkopf. Noch wichtiger sei der Blick auf die Zeit danach: Drei Monate nach solchen Hochrisikophasen notierte der Index im Schnitt rund 6 Prozent höher. In normalen Marktphasen lag das Plus mit 5,7 Prozent nur minimal darunter.

Mit anderen Worten: Die Märkte erholen sich nach geopolitischen Schocks nicht nur schnell, sie entwickeln sich im Schnitt sogar leicht besser als in ruhigen Zeiten.

„Auch an den historischen Schwankungsbreiten sieht man, dass Risiko und Chance rund um geopolitische Spannungen nicht signifikant anders ausfallen“, erklärt Kielkopf. Die Börsen kehrten nach kurzer Zeit meist wieder zur „Tagesordnung“ zurück.

Trotz dieser Erkenntnisse sollten Anleger geopolitische Krisen nicht unterschätzen. Gerade wenn Konflikte länger andauern, können sie die Weltwirtschaft belasten. Lieferketten geraten unter Druck, Preise steigen – und damit oft auch die Inflation.

Für Anleger ist jedoch entscheidend: Die unmittelbare Reaktion der Börsen wirkt oft dramatischer, als es die langfristigen Folgen rechtfertigen. Kielkopf warnt deshalb vor vorschnellen Entscheidungen. Wer in Krisenzeiten panisch verkaufe, verpasse häufig die anschließende Erholung. „Anleger, die investiert bleiben oder sogar gezielt nachkaufen, profitieren dagegen oft schon nach wenigen Monaten“, so der Experte.

Zwar können einzelne Krisen auch stärkere Kurseinbrüche auslösen. Insgesamt zeigen die Märkte jedoch eine bemerkenswerte Widerstandskraft. Oder, wie Kielkopf es zusammenfasst: „Disziplin, ein langer Atem und ein robustes Portfolio bleiben in Krisenzeiten die verlässlichsten Verbündeten.“

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