Chronische Nackenschmerzen
Was Sie tun können, wenn Schmerzen im Nacken nicht weggehen
Aktualisiert am 06.03.2026 – 07:43 UhrLesedauer: 3 Min.
Schmerzen, Steifigkeit, Bewegungseinschränkungen: Chronische Nackenschmerzen sind belastend. Schmerzmittel sind keine dauerhafte Lösung. Was noch hilft.
Nackenschmerzen sind ein Volksleiden. Schätzungen zufolge hat jeder dritte Deutsche einmal im Jahr damit zu kämpfen. Viele der Betroffenen haben sogar dauerhaft Schmerzen. Unfälle und Verletzungen sind eher selten die Ursache. Das häufigste Problem sind Verspannungen und eine schwache Halsmuskulatur. Wie sich Nackenschmerzen lindern lassen, hat ein Orthopäde t-online erklärt.
Meist lassen Nackenschmerzen nach vier bis acht Wochen von allein wieder nach. Deutlich belastender als der akute Nackenschmerz ist die chronische Form. Dann halten die Beschwerden länger als zwölf Wochen an oder treten immer wieder auf. Oftmals lässt sich keine klare körperliche Ursache feststellen. Dann handelt es sich um nicht spezifische Nackenschmerzen – etwa aufgrund von Verspannungen.
„Chronische Nackenschmerzen sind in vielen Fällen auf Verspannungen in der Schulter- und Nackenpartie zurückzuführen. Diese entstehen beispielsweise durch Fehlbelastungen, Fehlhaltungen und Stress. Besonders häufig lässt eine ungünstige Haltung am Schreibtisch die Nackenmuskulatur verspannen. Auch intensive Handy- und Tabletnutzung, bei welcher der Kopf weit nach vorn gebeugt ist, birgt das Risiko für Nackenschmerzen, ebenso Arbeiten, bei denen der Kopf in den Nacken gelegt wird“, erklärt Professor Bernd Kladny, Chefarzt der Abteilung Orthopädie und Unfallchirurgie.
Besonders groß ist das Risiko für Nackenschmerzen laut dem Experten, wenn zu den Fehlbelastungen und Fehlhaltungen eine schwache Nackenmuskulatur hinzukommt. Möglich ist auch, dass der Schmerz im Nacken auf eine verspannte Schulter- und/oder eine verspannte Rückenmuskulatur zurückzuführen ist. Anatomisch hängt alles zusammen: Die Muskeln von Nacken, Schultern und Rücken sind miteinander verbunden. So kann der Schmerz von einer Stelle auf den gesamten Bereich ausstrahlen.
„Degenerative Erkrankungen sind ebenfalls ein häufiger Grund für anhaltende Nackenschmerzen. Dazu gehört beispielsweise Arthrose, also der Gelenkverschleiß der Halswirbelsäule. Dieser ist oftmals die Folge von chronischer Überlastung und wiederkehrenden Fehlhaltungen“, erklärt Kladny. „Auch ein Bandscheibenvorfall kann chronische Beschwerden im Nacken ausstrahlend in den Arm verursachen. Der Schmerz entsteht dann durch eingeklemmte Nerven.“
Bei akuten Schmerzen greifen viele zu Schmerzmitteln, etwa mit den Wirkstoffen Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen. Halten die Schmerzen länger an, sollte immer ein Arzt hinzugezogen werden. Zum einen kann eine behandlungsbedürftige Ursache hinter dem Schmerz stecken. Zum anderen ist die dauerhafte Einnahme von Schmerzmitteln mit Risiken verbunden. „Wer über einen längeren Zeitraum Entzündungshemmer einnehmen muss, bekommt in der Regel ergänzend einen ‚Magenschoner‘ verabreicht, also ein Medikament, welches die Magenschleimhaut schützt. Häufig eingesetzt werden die Wirkstoffe Omeprazol oder Pantoprazol“, erklärt Kladny. Die schützenden Medikamente sollen durch die Schmerzmitteleinnahme drohenden Schäden an der Magenschleimhaut, Blutungen und Geschwüren vorbeugen.
Schmerzmittel können zudem helfen, die Beweglichkeit zu fördern. Denn Bewegung ist wichtig. Schonung macht dem Experten zufolge die Nackenschmerzen nur schlimmer. Es brauche Bewegung, damit sich die angespannte Muskulatur und die blockierten Gelenke wieder lockern und lösen können. Zugleich dehnt und kräftigt Bewegung den Nackenbereich und hilft so, künftigen Nackenschmerzen entgegenzuwirken.











