Weiße Halbmonde und Rillen
Was ein Blick auf die Fingernägel über Ihre Gesundheit verrät
Aktualisiert am 25.02.2026 – 09:52 UhrLesedauer: 3 Min.
Weiße Flecken, Verfärbungen, Rillen oder Risse: Veränderungen an den Nägeln sind oft harmlos. Manchmal weisen sie aber auch auf ernsthafte Erkrankungen hin.
Fingernägel bestehen überwiegend aus Keratin, einer Hornsubstanz aus wasserunlöslichen Proteinen. Ein gesunder Nagel ist glatt, das Nagelbett schimmert rosa durch und die Nagelspitzen zeigen einen weißen Rand.
Schaut man genauer hin, erkennt man oft leichte Rillen, kleine Dellen oder weiße Punkte auf der Nageloberfläche. Doch woher kommen sie? Und lassen sich daraus Rückschlüsse auf die Gesundheit treffen?
Zeigen nur einige Nägel tiefe Querrillen, deutet das auf eine Verletzung des Nagelbetts oder auf eine Störung des Nagelwachstums hin. Ursache ist häufig eine aggressive Maniküre. Aber auch Stress, eine Grippe mit hohem Fieber, ein entzündeter Nagelfalz oder eine Chemotherapie können Auslöser sein.
Aufmerksam sollte man werden, wenn alle Nägel Querrillen aufweisen. Dann steckt möglicherweise eine kranke Leber oder eine andere Infektionen dahinter. Auch ein Zinkmangel ist denkbar.
Leichte Längsrillen dagegen sind meist altersbedingt. Sie können aber auch ein Anzeichen für eine ausgetrocknete Nagelplatte sein. Häufiges Putzen ohne Handschuhe oder die Verwendung von Nagellackentfernen begünstigen eine Austrocknung. Was hilft ist viel trinken und eine regelmäßige Pflege mit Cremes, die den Wirkstoff Urea enthalten.
Senkt sich der Fingernagel nach innen, sprechen Mediziner vom sogenannten Löffelnagel. Eisenmangel kann ein möglicher Auslöser sein, ebenso das Raynaud-Syndrom, eine Durchblutungsstörung der Hände.
Wölbt sich der Nagel hingegen nach oben, handelt es sich um einen Uhrglasnagel. Dieser zeigt eine Sauerstoffunterversorgung an und deutet auf Erkrankungen des Herzens und der Lunge hin. Ein weiteres Warnzeichen ist, wenn sich die Fingerkuppen vergrößern. Auch Erkrankungen der Leber oder des Darms können mit einem Uhrglasnagel in Zusammenhang stehen.
Weiße „Halbmonde“ auf den Nägeln – sogenannte Lunulas – sind in der Regel harmlos. Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Kalziummangel dahintersteckt. Vielmehr sind in den meisten Fällen kleine Verletzungen und Stöße schuld an der Nagelveränderung.
Weiße Querstreifen hingegen können auf einen Eiweiß- oder Vitaminmangel hindeuten. Ein Bluttest gibt dann wichtige Hinweise. Zeigen die Nägel eine trüb-weiße Färbung (Milchglasnägel), ist ein kranker Darm oder eine kranke Leber möglicherweise der Auslöser.
Sind auf dem Fingernagel kleine bräunliche Stellen zu sehen, handelt es sich in den meisten Fällen um kleine Blutungen, ausgelöst etwa durch Quetschungen. Diese wachsen mit der Zeit heraus. Bleiben die Flecken an Ort und Stelle, kann es sich um Leberflecke, aber auch um Hautkrebs unter der Nagelplatte handeln.
