Landtagswahl

Was man über die Wahl in Sachsen-Anhalt wissen sollte

Aktualisiert am 04.09.2026 – 07:00 UhrLesedauer: 4 Min.

Wo geht’s lang für Sachsen-Anhalt? Die Wähler entscheiden darüber. (Symbolbild) (Quelle: Matthias Bein/dpa/dpa-bilder)

Die Wahl in Sachsen-Anhalt gilt als brisant und könnte historisch sein. Knapp 1,7 Millionen Bürger entscheiden, ob sich das politische Gefüge im Land und womöglich auch in der Republik verschiebt.

Mehr als 240 Landtagswahlen gab es schon seit Bestehen der Bundesrepublik, aber diese hier ist besonders. In Sachsen-Anhalt könnte nach der Abstimmung am Sonntag erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg eine Rechtsaußen-Partei an die Regierungsmacht kommen – ein brisantes Szenario, dem sich auch internationale Leitmedien teils ausführlich widmen. Was man zur Wahl wissen sollte:

Was wird gewählt und wer darf wählen?

Knapp 1,7 Millionen Wahlberechtigte dürfen darüber abstimmen, welche Parteien und Personen für sie im neuen Landtag sitzen. In jedem der 41 Wahlkreise wählen sie mit ihrer Erststimme einen Direktkandidaten. Daneben werden über die Zweitstimme im Regelfall 42 weitere Abgeordnete ermittelt.

Berücksichtigt werden aber nur Parteien, die mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen holen. Das soll eine Zersplitterung des Parlaments verhindern und so dessen Arbeitsfähigkeit sicherstellen.

Wählen dürfen alle Deutschen, die mindestens 18 Jahre alt sind und seit mindestens drei Monaten ihre Hauptwohnung in Sachsen-Anhalt haben.

Wer tritt an?

In der jetzt auslaufenden 8. Wahlperiode sind im Magdeburger Landtag vertreten: CDU, AfD, die Linke, SPD sowie die FDP und die Grünen. Alle diese Parteien stellen sich erneut zur Wahl. Dazu kommen neun weitere Landeswahlvorschläge, darunter das von Sahra Wagenknecht gegründete BSW, die Freien Wähler, Volt und die Tierschutzpartei.

Spitzenkandidat der CDU ist Ministerpräsident Sven Schulze. Der 47-jährige Wirtschaftsingenieur und dreifache Vater hat erst im Januar als Regierungschef von Vorgänger Reiner Haseloff (CDU) das Ruder übernommen.

Die AfD schickt als scharfen Konkurrenten den 35-jährigen Ulrich Siegmund ins Rennen, der als Politik-Popstar mit stets guter Laune vielerorts großen Andrang auslöste. Extreme Positionen aus dem AfD-Wahlprogramm stellt er manchmal als harmlos dar.

Auch die anderen Parteien haben Spitzenkandidaten aufgestellt, die aber den Umfragen zufolge quasi keine Chance haben, als Regierungschef gewählt zu werden. Für die Linke ist dies Fraktionschefin Eva von Angern, für die SPD Wissenschaftsminister und Ex-Hochschulrektor Armin Willingmann. Die Grünen haben die gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin Susan Sziborra-Seidlitz nach vorn gestellt. Die FDP setzt auf Landeschefin Lydia Hüskens, das BSW auf das Duo Thomas Schulze und Claudia Wittig.

Wie ist die Ausgangslage und welche Konstellation ist zu erwarten?

Aktuell regiert in Sachsen-Anhalt eine Koalition aus CDU, SPD und FDP. Das Bündnis wird aber allen Umfragen zufolge seine Mehrheit verlieren.

Mit Abstand stärkste Kraft dürfte die AfD werden, womit sie Anspruch auf das Amt des Ministerpräsidenten und die Führung der Regierung erheben kann. Die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei strebt eine Alleinregierung an. Wenn sie aber keine eigene Mehrheit der Mandate holt, ist sie auf Bündnispartner angewiesen. Doch: Keine der anderen Parteien will mit ihr koalieren. BSW-Gründerin Wagenknecht hat aber verlauten lassen, dass ihre Partei durchaus einem AfD-Ministerpräsidenten zur Macht verhelfen könnte – durch Enthaltung im entscheidenden Wahlgang. AfD-Spitzenmann Siegmund beteuert, ein solches Szenario wolle er nicht.

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