Mit Hannover in Europa
Tor zu Deutschlands letztem Titel: Was macht Stindl heute?
09.10.2026 – 13:23 UhrLesedauer: 2 Min.
Mit einem ikonischen Torjubel schrieb er sich in die Herzen der 96-Fans. Lars Stindls Karriere ist längst vorbei – doch dem Fußball blieb er treu.
An den Herbst 2011 erinnert man sich in Hannover bis heute gerne. Nach fast zwanzig Jahren spielte 96 erstmals wieder auf der internationalen Bühne – und schaffte das sogar in gleich zwei Spielzeiten nacheinander. 2011/12 schieden die „Roten“ erst im Viertelfinale gegen den späteren Titelgewinner Atlético Madrid aus.
Einer der prägenden Spieler dieser Zeit war Lars Stindl. Der offensive Mittelfeldspieler stieß im Sommer 2010 vom Karlsruher SC nach Hannover. Mit 22 Jahren entwickelte sich Stindl rasch vom Hoffnungs- zum Leistungsträger. Besonders in Erinnerung ist vielen 96-Fans sein 2:1-Siegtreffer beim FC Kopenhagen am 3. November 2011 geblieben.
„In Kopenhagen schellt das Telefon“
In der 74. Minute traf er nach einem langen Ball von Sofian Chahed volley zum 2:1-Endstand – ein wichtiger Sieg fürs Weiterkommen. Danach lief er zur Kurve und hielt Daumen und kleinen Finger ans Ohr. Der Jubel spielte auf das in vielen Fankurven beliebte „Europapokallied“ an: „In Kopenhagen schellt das Telefon“, heißt es darin.
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Die Geste war halb geplant, halb spontan. Stindl hatte nach der Auslosung bereits daran gedacht, bei einem Tor in Kopenhagen das Telefon symbolisch klingeln zu lassen. „In dem Moment, in dem der Ball ins Netz fiel und ich auf die Meute zurannte, ist mir das irgendwie geistesgegenwärtig in den Kopf gekommen. So ein Tor, so ein Moment – ich denke, das hat gepasst“, sagte er später im Interview mit der Website von Hannover 96.
Vom 96-Kapitän zum DFB-Trainer
Von 2010 bis 2015 spielte Stindl für Hannover 96. In 161 Pflichtspielen erzielte er 26 Tore und bereitete 28 weitere vor. Zeitweise führte er die Mannschaft als Kapitän aufs Feld. Bei Borussia Mönchengladbach entwickelte sich Stindl zum Nationalspieler weiter und gewann 2017 den Confederations Cup. Im Finale gegen Chile sicherte der Spielmacher mit seinem Tor zum 1:0-Sieg den bislang letzten Titel des DFB.

2023 wechselte Lars Stindl für eine letzte Saison zurück zu seinem Jugendverein nach Karlsruhe. Sein letztes Heimspiel für den KSC bestritt er im Mai 2024 ausgerechnet gegen Hannover 96. Zum Abschied gab es von den Fans der „Roten“ noch einmal eine Würdigung der gemeinsamen Erfolge: „Das Telefon schellt bis heute in unseren Ohren – danke Lars“, stand auf einem Plakat.
Dem Fußball blieb der heute 38-Jährige nach seinem Karriereende erhalten. Seit September 2024 zählt er als Co-Trainer zum Stab der deutschen U20 unter Hannes Wolf. Anfang 2026 begann er zudem einen DFB-Lehrgang für die A-Lizenz. Auch am TV-Mikrofon ist Stindl aktiv: Er zählt zum Experten-Team der Sat.1-Sendung „Ran“.