Unterschätzte Ursache
Tinnitus: Was die Zähne damit zu tun haben
Aktualisiert am 03.03.2026 – 07:45 UhrLesedauer: 3 Min.
Tinnitus kann für Betroffene sehr belastend sein. Die Ursachen sind oft vielfältig. Manchmal sind die Ohrgeräusche auf Probleme im Mund zurückzuführen.
Tinnitus kann verschiedene Auslöser haben. Was vielen unbekannt ist: Die belastenden Ohrgeräusche können ihren Ursprung in Zahnfehlstellungen, Kieferfehlstellungen, Verspannungen der Kiefermuskulatur sowie Zähneknirschen und Zähnepressen haben.
Viele Menschen sind von Ohrgeräuschen betroffen. Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit zufolge haben etwa 5 bis 15 Prozent aller Erwachsenen irgendwann länger andauernde Ohrgeräusche. Häufig verschwindet der Tinnitus von selbst wieder.
Manchmal bleibt er dauerhaft bestehen. Laut der Deutschen Tinnitus Liga e. V. (DTL) bekommen jährlich etwa 250.000 Deutsche einen chronischen Tinnitus. Rund 1,5 Millionen Menschen hierzulande leiden den Experten zufolge sehr unter ihren Ohrgeräuschen.
Lärm ist der häufigste Auslöser für Tinnitus. Lärm kann die Sinneszellen der Hörschnecke im Innenohr schädigen. Dann können sie die Signale nur noch unzureichend oder gar nicht mehr an das Gehirn weiterleiten. Die Nervenzellen im Hörzentrum des Gehirns reagieren irritiert. Es kommt zu Fehl- und Phantomgeräuschen.
Weitere mögliche Auslöser für Ohrgeräusche sind:
Es ist möglich, dass Ohrgeräusche bei Menschen mit Zahn- und Kieferfehlstellungen, Verspannungen der Kiefermuskulatur sowie Zähneknirschen und Zähnepressen auftreten. Laut der Tinnitus-Liga e. V. berichten Patienten immer wieder, dass sie durch Anspannung der Kaumuskeln beim Essen, aber auch durch nächtliches Knirschen und Pressen mit den Zähnen einen Tinnitus erzeugen oder einen bestehenden Tinnitus verstärken.
Auch nach Zahnarbeiten tritt mitunter Tinnitus auf – direkt nach der Behandlung als Folge des lange geöffneten Mundes, teilweise aber auch erst Wochen später, etwa nach dem Einsetzen einer Krone. Viele Betroffene berichten von einer Verbesserung der Symptomatik, sobald die Prothese korrigiert oder ausgewechselt wird.
Dass Kiefer- und Zahnprobleme zu Ohrgeräuschen führen können, erklären die Tinnitus-Experten folgendermaßen: Zum einen liegen das Kiefergelenk und das Ohr anatomisch sehr nah beieinander. Zum anderen ist das Kiefergelenk durch Nervenverbindungen und Blutgefäße sowie durch Funktionen der Halswirbelsäule mit dem Ohr verbunden.
Wissenschaftlich sind die genauen Zusammenhänge zwischen Ohrgeräuschen und Störungen im Bereich der Kiefergelenke und der Kiefermuskulatur noch nicht abschließend geklärt. Es ist aber bekannt, dass eine Verbindung zwischen dem Kausystem und der akustischen Verarbeitung im Gehirn besteht. Störungen in diesem sensiblen Informationssystem können akustische Fehlermeldungen zur Folge haben.
Es ist beispielsweise möglich, dass sich eine Kaufunktionsstörung, eine sogenannte craniomandibuläre Dysfunktion (CMD), auf das Ohr auswirkt und Ohrgeräusche begünstigt. Stimmt etwa die Lage von Kiefergelenkgrube und Kiefergelenkköpfchen nicht, kann das Gelenkköpfchen des Unterkiefers nach hinten gegen die Wand des Mittelohres stoßen – was als Geräusch wahrnehmbar wird.
Auch wenn die Zähne nicht richtig ineinandergreifen oder wenn die Kiefergelenke nicht in der richtigen Position sind, kann sich das auf die umgebenden Strukturen auswirken – was auch das Gehör irritieren kann.











