Warnsignale des Körpers
Diese Körpergerüche deuten auf eine Erkrankung hin
Aktualisiert am 12.06.2026 – 07:12 UhrLesedauer: 4 Min.

Süßlicher Atem oder essigartiger Schweiß: Manche Körpergerüche wirken harmlos, können aber auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen und sollten ärztlich abgeklärt werden.
Jeder Mensch hat einen individuellen Körpergeruch. Doch wenn sich der Geruch plötzlich verändert oder ungewöhnlich stark ausfällt, lohnt sich ärztlicher Rat. Denn manche Gerüche entstehen nicht nur durch Schweiß oder Ernährung, sondern durch Krankheiten. Der Körper sondert in diesen Fällen über Atem, Urin, Stuhl oder Haut bestimmte Stoffe ab, die Hinweise auf gesundheitliche Probleme liefern können. Ein Überblick.
Atemgeruch: Wenn der Atem mehr verrät als Zahnbelag
Mundgeruch ist meist harmlos. Oft stecken Knoblauch, Zwiebeln oder intensive Gewürze dahinter. Häufig kommt Mundgeruch auch von Belägen auf der Zunge oder weil man zu wenig getrunken oder gegessen hat. Riecht es aus dem Mund trotz Mundhygiene schlecht, sollte man jedoch aufmerksam werden.
- Fauliger Geruch: Möglicherweise kann eine bakterielle Zahnfleischentzündung (Parodontitis) der Auslöser sein. Der Geruch kann aber auch auf andere Infektionen zurückzuführen sein – etwa eine Mandelentzündung, Magenschleimhautentzündung oder Bronchitis. Hier lösen Bakterien und Eiteransammlungen den unangenehmen Geruch aus.
- Fruchtiger bis fauliger Geruch: Er kann ein Warnsignal für eine gefährliche Komplikation eines Diabetes sein, einer diabetischen Ketoazidose. Diese tritt meist bei einem Typ-1-Diabetes auf. Dabei produziert der Körper sogenannte Ketone. Sie sind Abfallprodukte des Fettstoffwechsels und deuten darauf hin, dass der Körper über einen längeren Zeitraum nicht ausreichend Zucker (Glukose) erhalten hat. Die Ketone werden über die Lunge abgegeben, wodurch sich der Atem verändert. Aber auch der Urin kann dann süßlich riechen.
- Faulig, lehmig oder nach frischer Leber: Auch bei schweren Lebererkrankungen verändert sich der Atemgeruch. Der „Foetor hepaticus“ ist ein Zeichen für ein fortgeschrittenes Leberversagen.
Schweiß: Wenn der Körper säuerlich, fischig oder nach Urin riecht
Schweiß ist normalerweise geruchlos. Erst durch die Zersetzung durch Bakterien auf der Haut entsteht ein typischer Körpergeruch. Manche Gerüche fallen jedoch besonders auf und können ein medizinischer Hinweis sein.
- Beißender Urin- oder Ammoniakgeruch: Er deutet oft auf eine geschädigte Niere hin, etwa eine fortgeschrittene Niereninsuffizienz. Substanzen wie Harnstoff, die normalerweise über den Urin ausgeschieden werden, sammeln sich im Blut an. Anschließend gelangen sie über den Schweiß nach außen. Mediziner sprechen in solchen Fällen von Urämie.
- Essiggeruch: Vor allem, wenn er nachts auftritt, kann er mit einer Schilddrüsenunterfunktion zusammenhängen. Der verlangsamte Stoffwechsel begünstigt die Ansammlung von Säuren im Körper, die über die Haut ausgeschieden werden.
- Starker Schweißgeruch: Bei einer Schilddrüsenüberfunktion schwitzen Betroffene oft übermäßig. Im Zusammenspiel mit einer mangelnden Körperhygiene kann das die Vermehrung von Bakterien fördern und den Körpergeruch verstärken. Aber: Auch Stress und Angst aktivieren über die apokrinen Schweißdrüsen eine geruchsintensive Schweißproduktion. Ein strenger Schweißgeruch muss also nicht zwangsläufig auf eine Schilddrüsenüberfunktion hinweisen.
- Fischiger oder moschusartiger Schweißgeruch: Er kann auf eine seltene Stoffwechselkrankheit wie Trimethylaminurie (TMAU) hindeuten. Dabei gelingt es der Leber nicht, den Stoff Trimethylamin abzubauen. Der Körper sondert ihn über Haut, Urin und Atem aus, was zu dem Fischgeruch führt.
Urin: Er sollte im besten Fall nahezu geruchslos sein
Gesunder Urin ist hellgelb und nahezu geruchlos. Verändert sich der Geruch dauerhaft, lohnt sich der Gang zur Arztpraxis.
- Stechender Geruch: Er entsteht oft durch zu wenig Flüssigkeit oder eine Harnwegsentzündung. Der Ammoniakgeruch kann ebenfalls auf Nieren- oder Leberprobleme hinweisen.
- Fauliger Uringeruch: Er kann durch bestimmte Medikamente, lecithinhaltige Lebensmittel (wie Ei, Erdnüsse oder Fleisch) und Kohl entstehen. Selten wird er auch durch einen Tumor im Urogenitaltrakt von Männern verursacht.
- Fischiger Urin: Er ist häufig durch bakterielle Infektionen bedingt. Selten kann ein genetischer Enzymdefekt (Trimethylaminurie) verantwortlich sein.
- Süßlich-fruchtiger Urin: Er ist ein Warnzeichen für zu hohe Blutzuckerwerte oder einen Diabetes. Bei Säuglingen kann ein süßlicher Uringeruch auf die Ahornsirupkrankheit hinweisen, eine seltene, aber ernst zu nehmende Stoffwechselerkrankung.
Mehr Informationen zu den verschiedenen Gerüchen von Urin und was sie bedeuten, finden Sie in diesem Artikel.
Stechender Geruch im Intimbereich
Im Intimbereich ist ein leichter Eigengeruch normal. Verändert sich dieser jedoch plötzlich oder riecht stark, kann das auf eine Infektion hinweisen. Fischiger oder heftiger Geruch bei Frauen deutet meist auf eine bakterielle Vaginose oder eine Pilzinfektion hin. Begleitend treten oft Juckreiz, Brennen oder Ausfluss auf. In den Wechseljahren kann sich durch hormonelle Veränderungen die Scheidenflora verändern – auch das wirkt sich auf den Geruch aus. Auch Männer können unter unangenehmem Intimgeruch leiden, etwa durch Entzündungen der Harnwege oder der Prostata.