Tipps von einer Hautärztin

Was die meisten bei Klopapier falsch machen


Aktualisiert am 30.04.2026 – 07:50 UhrLesedauer: 3 Min.

Toilettenpapier: Klopapier ohne Duftstoffe ist besser für die Haut. (Quelle: getty-images-bilder)

Wir benutzen es täglich, und Dutzende Rollen im Jahr: Toilettenpapier. Doch rund um das Klopapier und die Intimpflege lässt sich einiges falsch machen.

Durchschnittlich 134 Rollen Toilettenpapier verbraucht jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr. Nach wie vor beliebt ist die feuchte Variante. Viele Verbraucher empfinden die Reinigung der zarten Analregion mit feuchtem Toilettenpapier als sanfter und pflegender. Doch Vorsicht: Die zugesetzten Duftstoffe, Konservierungs- und Feuchthaltemittel können die Haut unnötig reizen – und sogar Allergien auslösen.

Feuchtes Toilettenpapier birgt Risiken

Hautärztin Uta Schlossberger erklärt: „Heutzutage reagieren viele Menschen empfindlich auf Duft- und Konservierungsstoffe. Immer mehr entwickeln Allergien.“ Laut der Expertin beginnt eine allergische Reaktion mit einer einfachen Rötung. Zudem kann Juckreiz auftreten. „Wenn die Allergie stärker wird, bilden sich häufig auch Bläschen. Es entstehen offene Stellen, die sich dann weiter ausbreiten, entzünden und bluten können.“

(Quelle: privat)

Zur Person

Dr. Uta Schlossberger ist Hautärztin mit eigener Praxis in Köln. Neben der Dermatologie und der Venerologie gehören die Bereiche Allergologie, Lasermedizin, Ästhetische Dermatologie und Anti-Aging zu den Schwerpunkten der Fachärztin.

In der Intimzone ist weniger mehr

Die Dermatologin rät, insbesondere in der empfindlichen Intimzone besser auf Zusätze jeglicher Art zu verzichten. In Verbindung mit Feuchtigkeit und Wärme könnten die chemischen Stoffe zusätzlich reizend wirken. Vor allem Patienten, die bereits Probleme hätten, etwa mit einem Hämorrhoidalleiden, sollten besser die Finger von dem feuchten Papier lassen.

„Vergrößerte Hämorrhoiden sind eine sehr häufige Erkrankung“, so Schlossberger. „Die Symptome können Betroffene stark belasten, darunter Juckreiz, Brennen, Nässen und Blutungen während oder kurz nach dem Stuhlgang. Eine sorgfältige, aber sanfte Toilettenhygiene ist dann besonders wichtig.“

  • Mehr erfahren: Sieben typische Symptome für vergrößerte Hämorrhoiden

Sensitiv ist nicht gleich hautverträglich

Vorsicht geboten ist laut der Hautärztin auch bei Bezeichnungen wie „sensitiv“ oder „pflegend“ auf der Verpackung – egal ob bei feuchtem oder trockenem Papier. In diesen Produkten seien ebenfalls häufig Konservierungsstoffe und andere Zusätze zu finden, welche die empfindliche Afterregion reizen können. „Das liegt daran, dass die Begriffe ’sensitiv‘ oder ‚pflegend‘ an keinerlei rechtliche Auflagen gebunden sind, die Herstellern die Zugabe von bestimmten Inhaltsstoffen verbieten“, erklärt die Dermatologin.

Toilettenpapier sollte weich sein

Für die Analregion eignet sich normales Toilettenpapier ohne Zusätze am besten. Hauptsache, das Papier ist angenehm weich, sodass die mechanische Reizung möglichst gering ist. „Vorsichtig abtupfen ist besser als reiben. Das sollte man unbedingt vermeiden“, betont Schlossberger.

Intimreinigung: Wasser reicht

Die allerbeste Art, den Intimbereich zu säubern, ist der Expertin zufolge klares Wasser, idealerweise lauwarm. „Alles, was Sie an dieser Stelle loswerden wollen, ist wasserlöslich“, so Schlossberger. Besonders sanft und gründlich sind Bidets. Wer keines hat, kann alternativ etwas Wasser auf das Toilettenpapier geben und sanft abwischen. Damit das Papier nicht reißt, dürfen es ein paar Lagen mehr sein.

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