Erkrankung richtig behandeln

Was eine Brustkrebsvorstufe genau bedeutet


Aktualisiert am 29.06.2026 – 07:43 UhrLesedauer: 3 Min.

Mammografie: Durch Screening-Programme wird Brustkrebs früher entdeckt – und häufiger die Diagnose DCIS gestellt. (Quelle: dpa)

Duktales Carcinoma in situ – so werden Zellveränderungen genannt, die eine Vorstufe zu einer Brustkrebs-Erkrankung darstellen. Was Frauen wissen sollten.

Ein duktales Carcinoma in situ, kurz DCIS, ist eine Form einer Brustkrebsvorstufe: In den Milchgängen der Brust sind veränderte Zellen nachweisbar. Sie liegen aber noch „am Ort“ (in situ) und sind noch nicht in umliegendes Gewebe eingedrungen. Diese veränderten Zellen bergen das Risiko, dass sich aus ihnen möglicherweise Brustkrebs entwickelt. Eine Krebsexpertin weiß, was im Falle einer DCIS-Diagnose zu tun ist.

Was sind Brustkrebsvorstufen?

In Deutschland erkranken jedes Jahr über 70.000 Frauen an Brustkrebs – und mehr als 6.000 an einer Brustkrebsvorstufe, häufig einem duktalen Carcinoma in situ. Kennzeichnend für ein DCIS ist, dass krankhaft veränderte Zellen in den Milchgängen der weiblichen Brust wachsen, die Milchgänge aber nicht verlassen und sich nicht im Körper verteilen. Allerdings bergen die Zellveränderungen das Risiko, ein Mammakarzinom auszubilden.

Als Brustkrebsvorstufen zählen:

  • Intraduktale Hyperplasie (UDH): zu viele normale Zellen in den Milchgängen
  • Intraduktale atypische Hyperplasie (ADH): veränderte Zellen in den Milchgängen
  • Lobuläre intraepitheliale Neoplasie (LIN): veränderte Zellen in den Drüsenläppchen
  • Flache epitheliale Atypie (FEA): veränderte Zellen im Deckgewebe von Milchgängen und/oder Drüsenläppchen
  • Ductales Carcinoma In Situ (DCIS): veränderte Zellen in den Milchgängen

„Es besteht ein Risiko, dass Brustkrebsvorstufen zu Brustkrebs entarten. Ob und wann eine Brustkrebsvorstufe zu Brustkrebs wird, ist leider im Einzelfall nicht vorhersagbar“, sagt Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID) am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg.

Diagnose Brustkrebsvorstufe: Röntgenaufnahme erkennt Veränderung

Brustkrebsvorstufen bilden nur selten knotige Veränderungen. Daher sind sie per Tastuntersuchung praktisch nicht zu entdecken. Meist werden sie im Rahmen einer Mammografie, also einer Röntgenaufnahme, aufgrund von Mikroverkalkungen entdeckt. Angaben des Berufsverbands der Frauenärzte e. V. (BVF) zufolge sind duktale Carcinoma in situ in 70 bis 95 Prozent der Fälle mit Kalkablagerungen im Gewebe verbunden. Manchmal ist ein DCIS ein Zufallsbefund bei der Entfernung eines gutartigen Knotens aus der Brust.

Dr. Susanne Weg-Remers (Quelle: DKFZ/Carina Kircher)

Zur Person

Dr. Susanne Weg-Remers ist Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID) am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Nach ihrem Abschluss hat sie in der Inneren Medizin sowie in der klinischen und Grundlagenforschung für Krebs gearbeitet.

Ist eine Brustkrebsvorstufe schon Brustkrebs?

Bei einer Brustkrebsvorstufe handelt es sich nicht um Brustkrebs. Die Vorstufe birgt aber das Risiko, sich zu Brustkrebs zu entwickeln. Erst, wenn ein DCIS in umliegendes Gewebe wächst, gilt das als Übergang zu „echtem“ Brustkrebs. „Von ‚Brustkrebs im frühen Stadium‘ ist die Rede, wenn die bösartigen Zellen aus den Milchgängen oder Drüsenläppchen in die Umgebung einwachsen, der Tumor aber klein und auf das Brustgewebe beschränkt ist. Man spricht auch von einem örtlich begrenztem Stadium. In diesem Stadium ist Brustkrebs meist gut behandelbar“, erklärt Weg-Remers.

Bei Brustkrebs im frühen Stadium ist das Ziel der Behandlung, den Krebs komplett zu beseitigen. Im Rahmen einer Operation kann der Krebs vollständig entfernt werden. Eine anschließende Bestrahlung soll möglicherweise verbliebene Krebszellen abtöten. Bei vielen Frauen kommen ergänzend Krebs-Medikamente zur Anwendung, um das Rückfall-Risiko zu senken.

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