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Home » Warum viele Aktien für echte Diversifikation nicht reichen
Wirtschaft

Warum viele Aktien für echte Diversifikation nicht reichen

MitarbeiterBy MitarbeiterJuni 12, 2026
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Warum viele Aktien für echte Diversifikation nicht reichen

Die 90-Aktien-Regel

Ab wann ein Depot wirklich breit gestreut ist


12.06.2026 – 12:17 UhrLesedauer: 3 Min.

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Alphabet, Microsoft, Tesla, Apple, Nvidia, Amazon, Meta: Wer ausschließlich in Tech-Schwergewichte investiert, besitzt kein diversifiziertes Depot. (Quelle: IMAGO/Jakub Porzycki/imago)

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Wer sein Geld auf mehrere Aktien verteilt, senkt das Risiko – so weit die Theorie. Doch wie viele Titel braucht es wirklich, bis die Streuung ihren Namen verdient?

Wer ausschließlich auf Tech-Giganten wie Microsoft oder Amazon setzt, fährt kein ausgewogenes Investment, sondern eine riskante Wette. Selbst das Hinzufügen von Schwergewichten wie Apple oder Meta (Facebook) ändert daran wenig. Da diese Unternehmen derselben Branche angehören, entwickeln sich ihre Kurse häufig ähnlich.

Viele Anleger gehen deshalb davon aus, dass zehn, zwanzig oder fünfzig verschiedene Aktien bereits ausreichend Sicherheit schaffen. Doch stimmt das wirklich? Ab wie vielen Einzelwerten ist ein Depot tatsächlich breit genug gestreut, damit Probleme einzelner Unternehmen kaum noch ins Gewicht fallen?

Warum viele Aktien keine echte Risikostreuung bedeuten

Um herauszufinden, wie viele Einzelaktien das Risiko eines Depots deutlich senken, hat Pascal Kielkopf, Kapitalmarktstratege beim Vermögensverwalter HQ Trust, nachgerechnet. Für seine Untersuchung analysierte er den Anteil des sogenannten unsystematischen Risikos.

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Gemeint ist damit das Risiko, dass einzelne Unternehmen oder ganze Branchen in Schwierigkeiten geraten – etwa durch Skandale, Managementfehler oder eine schwächere Nachfrage. Wer sein Geld nur in wenige Aktien investiert, bekommt solche Rückschläge besonders stark zu spüren. Verteilt sich das Vermögen dagegen auf viele Unternehmen und Branchen, fallen Probleme einzelner Firmen deutlich weniger ins Gewicht.

Als Vergleichsmaßstab nutzte Kielkopf den MSCI ACWI (All Country World Index), einen weltweiten Aktienindex mit mehr als 2.500 Unternehmen. Für seine Analyse wertete er die Kursdaten der vergangenen zehn Jahre aus. Dabei untersuchte er, wie stark Anleger dem Risiko einzelner Unternehmen ausgesetzt gewesen wären, wenn sie nicht breit gestreut in den gesamten Index, sondern nur in die größten fünf, zehn, fünfzig oder zweihundert Aktien investiert hätten.

Erst ab 90 Aktien wird das Risiko überschaubar

Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Wer nur auf die größte Aktie im MSCI ACWI setzt, geht ein stark konzentriertes Risiko ein. Rund zwei Drittel der Kursschwankungen des Depots wären dann nicht auf den Gesamtmarkt zurückzuführen, sondern auf dieses einzelne Unternehmen.

Auch bei den zehn größten Aktien bleibt das Depot stark von einzelnen Konzernen abhängig. Der Anteil der Schwankungen, der auf einzelne Unternehmen zurückgeht, sinkt auf rund 35 Prozent. Anders gesagt: Mehr als ein Drittel der Bewegungen im Depot hätte weiterhin nichts mit dem breiten Aktienmarkt zu tun, sondern mit den Besonderheiten weniger großer Firmen. Von echter Diversifikation kann daher noch keine Rede sein.

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Tech-Konzerne wie Nvidia haben das größte Gewicht im MSCI ACWI. (Quelle: IMAGO/CFOTO)

Top-Schwergewichte im Index

Je nach tagesaktuellen Kursbewegungen kommt es an der Spitze des MSCI ACWI regelmäßig zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den wertvollsten Technologieunternehmen der Welt. Derzeit stehen Nvidia, Apple, Microsoft, Amazon und Alphabet (Google) auf den vordersten Plätzen.

Kielkopf erhöhte anschließend die Zahl der Aktien schrittweise bis auf 300. So wollte er herausfinden, ab wann das Risiko einzelner Unternehmen auf ein vertretbares Maß sinkt. Laut Untersuchung wird der häufig verwendete akademische Schwellenwert von 10 Prozent erst erreicht, wenn die 90 größten Aktien im Portfolio enthalten sind. Erst ab dieser Größenordnung kann Kielkopf zufolge von wirksamer Diversifikation gesprochen werden.

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