Der Krieg im Iran hat die Energie- und Treibstoffpreise in die Höhe getrieben, aber es hat sich ein weiterer interessanter Trend entwickelt, der tatsächlich Reisenden zugute kommen könnte.
Einer Analyse der Flugvergleichswebsite FlightsFinder.com zufolge scheinen bestimmte Billigfluggesellschaften ihre Tarife um 10 bis 30 % gesenkt zu haben, nämlich Ryanair, WizzAir und EasyJet.
„Unsere Tarifhistorie zeigt einen stetigen Preisrückgang in den letzten Monaten“, sagte Gründer Shahab Siddiqui gegenüber Europe in Motion. Beispielsweise „sind die Strecken von Großbritannien zu europäischen Zielen wie Nizza, Palma und Barcelona um 10 bis 30 % zurückgegangen.“
Nach Ansicht von Experten sind Preissenkungen Teil der Strategie einiger Fluggesellschaften, das Reisen für potenzielle Kunden so attraktiv wie möglich zu gestalten, um Abhilfe zu schaffen schwache Nachfrage und umfassendere wirtschaftliche Verluste mit denen die Branche derzeit konfrontiert ist.
Solche Preissenkungen können durch Treibstoffabsicherung erreicht werden, die es den Fluggesellschaften ermöglicht, die Treibstoffpreise über einen bestimmten Zeitraum festzulegen oder zu begrenzen. Allerdings seien diese wettbewerbsfähigen Preise auf lange Sicht nicht unbedingt nachhaltig, warnte Siddiqui.
„Diese Vereinbarungen laufen in der zweiten Hälfte dieses Jahres aus, was voraussichtlich einen allgemeinen Preisanstieg auf allen innereuropäischen Strecken auslösen wird.“
Wie stark treibt der Krieg im Iran die Flugpreise in die Höhe?
Auch wenn einige Urlauber, die innerhalb Europas reisen, möglicherweise immer noch günstige Tickets finden, werden diejenigen, die weiter weg reisen, wahrscheinlich nicht das gleiche Glück haben, da Reiseziele außerhalb Europas stärker von Störungen und Treibstoffpreissteigerungen aufgrund des Konflikts im Nahen Osten betroffen sind.
Besonders betroffen sind wichtige Korridore zwischen Asien und Europa, wo die Preise in den letzten Wochen um fast 300 % gestiegen sind, wie Untersuchungen von FlightFinder zeigen.
Einen der stärksten Anstiege verzeichnete die Strecke London-Singapur, wo die durchschnittlichen Fahrpreise von rund 600 € auf fast 1.800 € stiegen. Ein ähnlicher Anstieg von 273 % wurde für Reisen von London nach Bangkok verzeichnet.
Zu den derzeit teuersten Tickets gehören jedoch die Strecken Frankfurt-Singapur und Paris-Bangkok, wo eine Hin- und Rückfahrt derzeit für rund 2.800 Euro verkauft wird.
Während einige Fluggesellschaften ihre Tarife erhöht haben, haben andere Flüge ganz gestrichen, wobei KLM laut FlightFinder 50 Flüge aufgrund von Betriebskosten einstellte.
Andere Fluggesellschaften versuchen, höhere Kosten durch Aufschläge auszugleichen: Air France und Lufthansa haben auf allen Mittel- und Langstreckenstrecken einen Zuschlag von 10 Euro eingeführt, berichtet FlightFinder.
Welche Fluggesellschaften leiten Flüge um und wohin?
Da Flüge über die üblichen Super-Connector-Drehkreuze Abu Dhabi, Dubai und Doha immer riskanter werden, weichen einige Fluggesellschaften stattdessen nach Istanbul und Kairo oder sogar nach Äthiopien aus, um Ziele im Indischen Ozean wie die Seychellen anzusteuern.
„Passagiere werden aufgrund von Partnerallianzen aktiv auf Turkish Airlines umgebucht, um in Istanbul einen Zwischenstopp einzulegen und die Golfstaaten zu umgehen“, heißt es in dem Bericht von FlightsFinder.
Andere Fluggesellschaften – wie British Airways und Cathay Pacific – haben die Zahl der Direktstrecken nach Asien erhöht, indem sie den Zwischenstopp am Golf vollständig umgangen und einen zusätzlichen wöchentlichen Direktflug nach Bangkok und Singapur hinzugefügt haben.
Was sollten Reisende tun, um Zeit- und Geldverluste zu minimieren?
FlightFinder warnt davor, dass Langstreckenflieger damit rechnen müssen, dass ihre Reisen schätzungsweise ein bis vier Stunden länger dauern als üblich, da die Strecken, die typischerweise direkt verliefen, jetzt Stopps aufgrund von Auftank- oder Umleitungserfordernissen beinhalten.
Vor diesem Hintergrund schlagen Reiseexperten vor, ein Zwischenstoppfenster von mindestens drei Stunden einzuplanen, „da eine Überlastung der Strecken dazu führen kann, dass die Fahrpläne nicht mehr synchron sind“.
Experten raten außerdem dazu, flexible Tickets zu buchen, um Störungen zu minimieren, und bei erheblichen Störungen auf der Strecke eine Rückerstattung zu fordern.
Erhalten Sie bei außereuropäischen Flügen automatisch eine Rückerstattung?
Nein. Anders als in der EU oder in Ländern wie den USA und dem Vereinigten Königreich sind Rückerstattungen weltweit nicht immer garantiert.
Passagiere sollten sich vor der Reise über die spezifischen Gesetze des Landes und die Richtlinien der Fluggesellschaft im Falle einer Störung informieren.
Eine weitere Empfehlung ist, so leicht wie möglich zu fliegen.
Die Gepäckabfertigungssysteme geraten zunehmend unter Druck, da Flüge unerwartet umgeleitet und über alternative Drehkreuze umgeleitet werden.
„Wenn Sie Gepäck haben, platzieren Sie darin einen intelligenten GPS-Tracker wie Apple AirTag, damit Sie es orten können, falls es aufgrund einer chaotischen Verbindung verloren geht“, empfiehlt FlightsFinder.










