Bis zu fünf Stunden mehr
Warum immer mehr Flüge länger dauern
Aktualisiert am 20.02.2026 – 15:01 UhrLesedauer: 5 Min.
Wegen der komplizierten Weltlage müssen viele Flugzeuge weite Umwege wählen – und Reisende längere Flugzeiten sowie höhere Preise in Kauf nehmen.
Was waren das noch für Zeiten: Man flog in fünfeinhalb Stunden nach Dubai, brauchte neuneinhalb Stunden nach Thailand, landete in wenig mehr als zehn Stunden in Japan. Heute fliegt man bis zu fünf Stunden länger.
Der Grund liegt am Boden: Es ist die kriegerische Weltlage, die auch im Himmel alles komplizierter macht. Immer mehr Sperrungen von Lufträumen führen zu immer weiteren Umwegen und Verspätungen. Wir erklären, wo die Probleme liegen und wie man ihnen als Passagier am besten begegnet.
Es ist wie in einem Labyrinth, bei dem ein Türchen nach dem anderen zugeht: Bereits seit 2011 müssen europäische Fluggesellschaften um Syrien herum fliegen. Seit 2014 ist der Himmel über der Ukraine für sie gesperrt. 2021 folgte Afghanistan, 2022 Russland. Und seit 2023 sind die Lufträume über Israel, Libanon sowie seit 2024 auch über dem Iran tabu. Das macht Reisen in den Mittleren und Fernen Osten zum Verwirrspiel und Labyrinth: Wo gibt es noch ein Schlupfloch?
Vor allem die Sperrung Russlands traf den internationalen Luftverkehr schwer. Schließlich handelt es sich um das größte Land der Welt. Dass die gesamte Fläche für europäische Fluglinien gesperrt wurde, hat immense Auswirkungen auf Flüge nach Asien.
Auch andere Gebiete sind ziemlich wichtig für den Flugverkehr: Die Ukraine liegt auf direktem Weg zwischen Mitteleuropa und Südostasien. Syrien und Irak bilden einen Riegel vor dem arabischen Golf. So wird der direkte Weg von Europa nach Dubai, Katar, Abu Dhabi und damit zu den Heimatflughäfen der großen arabischen Fluggesellschaften versperrt.
Die Konsequenz: Flüge nach Japan, die auf dem kürzesten Weg über die Ukraine, Russland, Nordkorea führten, werden jetzt weit herum über die Türkei, den südlichen Kaukasus und Kasachstan geleitet. Auf dem Rückweg fliegen sie sogar über den Nordpol, um dem Jetstream auszuweichen. Statt elf Stunden ist eine Lufthansa-Maschine zwischen Tokio und Frankfurt dann bis zu 16 Stunden in der Luft.
Aber nicht nur Japan und Korea, sondern auch viele beliebte Urlaubsziele sind betroffen. Der direkte Weg von Deutschland nach Thailand ging mal über die Krim und Afghanistan. Jetzt schlängeln sich die Flugzeuge auf einem schmalen Korridor durch Georgien, Turkmenistan und Tadschikistan.
Nach Bali flöge man am schnellsten über Iran, Afghanistan und Pakistan, nun fliegen viele Airlines hinter den Thailand-Maschinen her. Richtung Malediven wäre die direkte Route über Syrien und den Irak, jetzt sehen die Passagiere unter sich die Emirate und Ägypten. Nach Mauritius und auf die Seychellen fliegen viele Maschinen aktuell im Zickzack über die ägyptische Wüste, Äthiopien und Kenia.
Für Passagiere haben diese großen Umwege mehr Nachteile als nur die längere Flugzeit: Sie verursachen auch bis zu 40 Prozent mehr schädliche CO2-Abgase als auf den kürzestmöglichen Strecken. Und dazu kommt, dass Reisende höhere Preise zahlen müssen. Denn Flugzeuge, die Stunden länger in der Luft sind, benötigen dabei auch mehr Kerosin.








