Tierisches Wissen
Warum leckt mein Hund mich immer ab?
04.04.2026 – 08:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Hundebesitzer erleben oft seltsame Verhaltensweisen ihres Tieres, das Ablecken gehört dazu. Aber steckt dahinter wirklich nur Zuneigung?
Lecken gehört zu den natürlichen Verhaltensmustern von Hunden. Sie schlecken ihre Spielzeuge, Knochen, Schleckteppiche, aber eben auch ihre Menschen ab. In vielen Fällen steckt dahinter lediglich ein Zuneigungsbeweis oder der Wunsch nach Aufmerksamkeit, es kann aber auch andere Gründe geben.
Zuneigung, Bindung und Kommunikation durch Lecken
Ein häufiger Grund ist schlichte Zuneigung. Der Hund sieht seinen Menschen als wichtiges Rudeltier und leckt, um Nähe zu zeigen. Bei der Fell- und Schnauzenpflege unter Artgenossen gehen die Tiere ebenso vor. Wenn in einer Familie nur eine Person immer wieder abgeleckt wird, ist das ein klares Zeichen, dass es sich um den „Lieblingsmenschen“ handelt.
Zuneigung durch Ablecken bekommen Hunde bereits in die Wiege gelegt, denn die Hundemama leckt ihre Welpen permanent und regt so unter anderem die Verdauung an. Bei leckenden Hunden setzt der Vorgang Glückshormone frei, weshalb viele Tiere durch Schleckspielzeuge Stress abbauen können.
Hunde wollen bei der Heilung unterstützen
Wenn der Hundemensch eine Wunde hat, neigen viele Tiere zum intensiven Schlecken der verletzen Oberfläche. Grund hierfür ist, dass das Tier zur Heilung beitragen möchte. Aus hygienischen Gründen sollte man das vermeiden, auch wenn Hundespeichel eine schwache Wirkung gegen Escherichia coli nachgesagt wird.
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Wann Lecken durch Hunde bedenklich wird
Nicht jedes Lecken ist „harmlos süß“, manchmal steckt dahinter auch ein Übermaß an Stress. Der Hund setzt das Verhaltensmuster dann eher analog zum menschlichen Nägelkauen ein und baut so Stress ab.
Erkennbar ist dieses Muster meist an einem mechanischen Ablauf und einer sehr langen Dauer. Manche Hunde lecken nicht nur ihren Menschen ab, sondern auch verschiedene Gegenstände oder die eigene Haut. Das kann bis zum Verlust des Fells gehen.
Wenn der Verdacht besteht, dass der Hund aus Angst oder Nervosität leckt, kann ein Besuch beim Tierarzt hilfreich sein.
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Unterforderung führt zum Lecken
Hunde brauchen viel Abwechslung und Auslauf. Wenn sie sich langweilen, verhalten sich die Tiere schnell destruktiv. Das Lecken kann eine Ersatzbeschäftigung werden, um der Langweile entgegenzuwirken.
Hier hilft es nicht, ein Verbot auszusprechen, sondern für mehr Abwechslung zu sorgen. Geeignete Spielzeuge, mehr Auslauf oder auch hundespezifisches Training können dabei helfen, die Langeweile des Hundes zu stoppen.











