Ein weiterer Trick ist das Hinzufügen von Wasser. Laut Kaffeeverordnung dürfen in den Bohnen lediglich 5 Prozent Restfeuchte enthalten sein. Das nutzen einige Industrieröster aus. Sie geben die Bohnen in Schnellröstanlagen mit hohen Temperaturen (bis etwa 400 Grad) und kühlen sie anschließend mit Wasser ab, sodass der Kaffee mehr Wasser enthält und mehr wiegt. Rechnet man das um, kann man pro Pfund Kaffee mehrere Zehntel Euro nur für Wasser mitbezahlen.

Der Preis sagt nicht unbedingt etwas über die Qualität aus. Er kann auch durch Marketing-Kosten oder hohe Margen begründet sein. Verbraucherzentralen raten daher, Kaffee nicht nur nach dem Preis zu wählen, sondern auf klare Herkunft, Zertifizierungen (Bio, Fairtrade) und möglichst lose Bohnen zu achten. Wer Bohnen selbst mahlt, kann zudem sehen, ob sich viele Fremdstoffe in der Mühle ansammeln – ein einfacher Qualitätscheck.

Allerdings steckt nicht nur Profitstreben hinter den hohen Preisen. Fakt ist auch, dass Kaffee auf dem Weltmarkt teurer geworden ist. Die Gründe sind etwa klimawandelbedingte Ernteausfälle, hohe Transportkosten und Nachfrageüberhang. Zwar könnte eine angekündigte Rekordernte in Brasilien für 2026/27 den Druck etwas verringern. Analysten glauben jedoch, dass dies den Preis lediglich stabilisieren wird.

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