Überraschendes Comeback
Warum iPods wieder gefragt sind
24.02.2026 – 15:32 UhrLesedauer: 2 Min.
Die von Apple vor Jahren eingestellten iPods feiern ein überraschendes Comeback. Auf Gebrauchtplattformen steigt die Nachfrage deutlich. Dahinter steckt mehr als nur Nostalgie.
Die Nachfrage nach gebrauchten MP3-Playern von Apple – den iPods – nimmt zu. Das berichtet das US-Medium „Axios“ unter Berufung auf Google-Suchdaten und interne Zahlen von eBay. Demnach ist das Interesse am iPod Classic und am iPod Nano im vergangenen Jahr deutlich gestiegen.
Laut der eBay-Daten nahmen die Suchanfragen zwischen Januar und Oktober 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum spürbar zu: beim iPod Classic um 25 Prozent, beim iPod Nano um 20 Prozent. Apple hatte die Produktreihe 2022 eingestellt.
Experten sehen darin laut „Axios“ keine kurzfristige Begeisterungswelle, sondern einen Trend zum „digitalen Minimalismus“. iPods dienen ausschließlich zum Musikhören.
Smartphones hingegen vereinen Musik, Messenger, soziale Netzwerke und unzählige Apps in einem Gerät. Das erschwert es vielen Nutzern, ihren Medienkonsum zu kontrollieren. Ein separates Gerät könne helfen, Ablenkungen zu reduzieren und bewusster zu hören.
Vor allem für jüngere Menschen wird der iPod offenbar zur Alternative zum Ständig-online-Sein. Einige Käufer berichten, sie wollten bewusst auf Benachrichtigungen verzichten und Musik ohne Werbung oder Apps hören. Andere verbinden mit dem Gerät Erinnerungen an eine ruhigere, weniger vernetzte Zeit.
Die Entwicklung passt zu weiteren Beobachtungen: Die „The New York Times“ berichtete im vergangenen Jahr, dass insbesondere Schüler in den USA wieder häufiger zu iPods greifen – unter anderem, nachdem Smartphones an vielen Highschools verboten wurden.
Neben MP3-Playern erleben auch tragbare CD-Player und Walkmans eine Renaissance. Die Strategieberaterin Libby Rodney vom Meinungsforschungsinstitut The Harris Poll spricht gegenüber „Axios“ von einem größeren gesellschaftlichen Trend.
Jüngere Generationen suchten verstärkt nach greifbaren, bewussteren Erlebnissen, selbst wenn diese mehr Aufwand bedeuteten. Statt automatisch generierte Playlists zu streamen, würden Lieder gezielt ausgewählt und manuell auf das Gerät übertragen.
