Der „Spiegel“ berichtet, in Grünen-Kreisen werde spekuliert, welche Zukunft Palmer in einem Kabinett Özdemir haben könnte. „Höchstens als Berater“, heiße es da zum einen, doch auch der Verkehrsminister stehe im Raum. „Drunter macht er es nicht.“ Laut „RND“ ist das jedoch nicht in Palmers Interesse. „Ich glaube nicht, dass ich noch mal eine andere politische Ebene anstrebe. Ich habe keinen Veränderungszwang“, sagte Palmer im Dezember 2025.

2023 machte Palmer seinen Parteiaustritt bekannt. Hintergrund waren mehrere Äußerungen des Oberbürgermeisters. So hatte er am Rande einer Migrationskonferenz 2023 das „N-Wort“ genutzt und auf lautstarken Protest sowie „Nazis raus“-Rufe aus dem Publikum geantwortet: „Das ist nichts anderes als der Judenstern. Und zwar, weil ich ein Wort benutzt habe, an dem ihr alles andere festmacht. Wenn man ein falsches Wort sagt, ist man für euch ein Nazi.“ Einige Tage später betonte Palmer, er hätte „niemals so reden dürfen“ und erklärte seinen Parteiaustritt. Anschließend verwendete er seinen Jahresurlaub für eine politische Auszeit.

Die Entscheidung wurde von vielen Grünen begrüßt. Schon im Mai 2021 hatte der Landesverband in Baden-Württemberg ein Parteiausschlussverfahren gegen Palmer eingeleitet. Grund war ein als rassistisch eingeschätzter Facebook-Post über den früheren Fußballnationalspieler Dennis Aogo.

Schon ein Jahr später zeigte sich der damalige Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir offen für eine Rückkehr Palmers. Bei einer Veranstaltung der „Zeit“-Verlagsgruppe sagte er: „Menschen für immer abschreiben, das sollte man ganz selten machen.“ Palmer solle mit dem Blödsinn aufhören, sich nachts bei Facebook-Schlachten zu liefern, und sich auf seinen Job konzentrieren.

Özdemir: „Er ist ein hervorragender Oberbürgermeister, das soll er machen und das andere weglassen. Dann hätte er natürlich seinen Platz. Und ich wäre glücklich, wenn es so wäre.“

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