Großbritannien

Starmers schärfster Rivale feiert Sieg – mit Fuchs und Ritter

19.06.2026 – 16:23 UhrLesedauer: 2 Min.

Jonathan David Harvey, Andy Burnham, Robert Pownall (v. l. n. r.): Auf der Bühne fiel weniger der Wahlsieger auf. (Quelle: Peter Byrne/PA Wire/dpa)

Manchesters Bürgermeister hat eine Wahl gewonnen, die die Labour-Partei erschüttert. Die Siegesfeier bot allerdings ein ungewöhnliches Bild.

Für Keir Starmer könnte es gefährlich werden. Im britischen Wahlkreis Makerfield hat Andy Burnham die Nachwahl gewonnen und zieht damit ins Parlament ein. Viele in der Labour-Partei trauen dem bisherigen Bürgermeister von Manchester zu, Starmer als Parteichef abzulösen.

Auf der Bühne bei seiner Siegesrede stand Burnham allerdings zwischen zwei ungewöhnlichen Figuren: einem als Fuchs verkleideten Aktivisten und einem als Mülleimerritter kostümierten Comedian.

  • Urteile nach Anschlägen auf Starmer: „Ich schicke dir Geld, du musst die Stadt verlassen“
  • Ministerrücktritt stürzt britischen Premier tiefer in Krise

Wer steckt hinter den Fuchs- und Ritter-Kostümen?

Die beiden verkleideten Personen, die bei der Wahlfeier die Aufmerksamkeit auf sich zogen, waren zwei von Burnhams Mitbewerbern.

Der Mann im Fuchskostüm war Robert Pownall, Gründer der Tierschutzorganisation Protect the Wild. Pownall ist kein etablierter Parteipolitiker, sondern ein Kampagnenaktivist, der seit Jahren gegen die Fuchsjagd protestiert. Er kandidierte als Unabhängiger und erhielt in Makerfield 18 Stimmen – Burnham kam auf 24.927. Pownall unterbrach Burnhams Siegesrede kurz, um für den Tierschutz zu demonstrieren.

Auf der anderen Seite von Burnham stand Jonathan David Harvey, verkleidet als eine Art Mülleimerritter. Harvey, ein britischer Comedian und Satiriker, führte seinen Wahlkampf unter dem Namen „Count Binface“ (Graf Dosengesicht). Er startete seine politische Satire 2017, als er unter dem Namen „Lord Buckethead“ (Lord Eimerkopf) gegen die damalige Premierministerin Theresa May antrat. Bei der Wahl in Makerfield erhielt er 95 Stimmen.

Keir Starmer: Burnhams Wahlsieg könnte dem Premier innerparteilich gefährlich werden. (Quelle: Wiktor Szymanowicz/imago)

Starmer seit Monaten unter Druck

Für Premierminister Keir Starmer ist Burnhams Einzug ins Parlament eine weitere Belastung in einer ohnehin schwierigen Phase. Einen Rücktritt oder einen geregelten Abgang hat Starmer bislang ausgeschlossen.

Als Mitglied des Parlaments kann Burnham nun eine parteiinterne Führungswahl erzwingen. Dafür benötigt er die Unterstützung von mindestens 20 Prozent der Labour-Abgeordneten. Anschließend würde eine Abstimmung unter den Parteimitgliedern und weiteren Wahlberechtigten folgen.

Burnham gilt als Liebling des moderat-linken Parteiflügels. Als Bürgermeister von Manchester erwarb er sich den Ruf eines bodenständigen Politikers mit Weitblick. Beobachtern zufolge gewann er die Wahl weniger wegen seiner Parteizugehörigkeit als wegen seiner Popularität als Person. Seinen Bürgermeisterposten gibt er für den Parlamentssitz auf.

Share.
Exit mobile version