Nach Betrug in der Türkei?
Modemarke Adenauer & Co. meldet Insolvenz an
03.08.2026 – 11:37 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Modekette Adenauer & Co. steckt in einem Sanierungsverfahren. Gründer Andreas Adenauer sieht dennoch Chancen für eine Fortführung.
Die Modekette Adenauer & Co. hat Insolvenz angemeldet. Das berichtet die „WirtschaftsWoche“ am Montag. Das Unternehmen mit 59 Filialen in Deutschland, Spanien und Österreich wird demnach in Eigenverwaltung saniert. Betroffen sind rund 200 Beschäftigte. Das Unternehmen erwirtschaftete zuletzt nach Angaben von Gründer Andreas Adenauer etwa 40 Millionen Euro Außenumsatz.
Adenauer hatte die Marke 2011 gegründet. Der Enkel des früheren Bundeskanzlers Konrad Adenauer vertreibt mit dem Unternehmen gehobene Freizeitmode mit maritimem Einschlag. Viele Filialen liegen an Küstenstandorten und auf Inseln, etwa auf Föhr, Fehmarn oder Juist. Daneben ist die Marke auch in Innenstädten vertreten, unter anderem in Düsseldorf, Dortmund und Bochum.
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Erste Standorte hatte Adenauer & Co. bereits vor der Verfahrenseröffnung geschlossen. Im Juni machte die Filiale in Dresden dicht, am 18. Juli folgte der Standort in Bonn. Dort begründete das Unternehmen den Schritt mit Kaufzurückhaltung und einem veränderten Umfeld in der Wenzelgasse. Im Insolvenzverfahren dürften weitere Schließungen folgen.
Betrugsvorwurf nach Türkei-Geschäft
Als Grund für die wirtschaftlichen Probleme nennt Adenauer nicht die Nachfrage nach seinen Produkten. „Unser Problem ist nicht das Produkt. Wir hatten ein Betrugsproblem“, sagte er der „WirtschaftsWoche“. Nach der Covid-Pandemie hatte das Unternehmen demnach in eine Fertigung in der Türkei investiert. Zunächst sei diese erfolgreich angelaufen, später hätten Inflation und mutmaßliche kriminelle Vorgänge das Geschäft belastet.

Adenauer erhebt schwere Vorwürfe. „Es wurden Gelder veruntreut“, sagte er. Der Schaden liege laut dem Bericht im mittleren einstelligen Millionenbereich. Das Geld habe am Ende gefehlt, um den laufenden Betrieb der Modekette zu sichern.
Den Antrag auf Einleitung eines Eigenverwaltungsverfahrens hatte das Unternehmen bereits am 15. Mai beim Amtsgericht Düsseldorf gestellt. Am 1. August wurden die Verfahren der Unternehmensgruppe planmäßig in Eigenverwaltung eröffnet. Die Löhne und Gehälter waren bis Ende Juli über Insolvenzgeld gesichert.










