Zudem gilt es zu bedenken: Wasserstoff wird dringend in der Industrie benötigt, um klimaneutral zu werden. Es gibt industrielle Prozesse, für die nur Wasserstoff oder andere grüne Gase als Ersatz für Erdgas infrage kommen. Deshalb warnen aktuell auch Vertreter der Industrie die Bundesregierung davor, das Heizen mit Wasserstoff zu bewerben. Diese nur in knappen Mengen verfügbaren Gase braucht es anderswo dringender als für Heizungen. Gebäudeeigentümer haben nämlich auch andere Möglichkeiten, etwa Wärmepumpen, Fernwärme, Pelletheizungen oder Solarthermieanlagen.
Für Gebäudeeigentümer ist Wasserstoff außerdem preislich unattraktiv. Eine Untersuchung des Fraunhofer-Instituts hat Ende 2025 ergeben, dass Wasserstoff für Verbraucher im Jahr 2035 mutmaßlich zwischen 21 und 33 Cent/Kilowattstunde kosten würde. Zum Vergleich: Erdgas kostet heute rund 9 Cent/kWh.
Wer also glaubt, dass er seine bestehende Gasheizung in Zukunft nur mit Wasserstoff betreiben kann, der irrt sich. Es wird mindestens notwendig sein, eine neue Wasserstoffheizung zu kaufen. Solche Geräte existieren heute allerdings nicht. Zudem ist noch offen, wann und zu welchem Preis der Wasserstoff in Zukunft in die Netze eingespeist werden kann. Verbraucher, die jetzt schon über ihre Heizung der Zukunft nachdenken, sollten daher andere Optionen in Erwägung ziehen.
Ob das Gas überhaupt ins Netz eingespeist wird, entscheiden ohnehin nicht die Verbraucher selbst, sondern die Netzbetreiber zusammen mit den Kommunen. In Ihrer kommunalen Wärmeplanung können Sie nachlesen, ob Ihre Kommune mit Wasserstoff plant oder nicht. Die Wärmepläne müssen bis Mitte 2026 in Großstädten und bis Mitte 2028 in kleineren Orten vorgelegt werden.









