Spezialisten auch für das Feuerwetter
Wann und wo Schneisen geschlagen werden sollten, dazu gibt @fire seine Einschätzungen ab. „Die haben auch sehr präzise Feuerwetter-Berichte“, sagt Peter Berndgen, Sprecher der lokalen Feuerwehr. Die Experten können einschätzen, wie sich in den nächsten Stunden bei den zu erwartenden Wetterbedingungen das Feuer wegen der örtlichen Gegebenheiten voraussichtlich wie entwickeln wird. In Hängen herrschen ganz andere Bedingungen, Feuer können auch langsam gegen den Wind laufen und starke Böen können dazu führen, dass das Feuer Flächen überspringen kann.
Mit seiner Prognose für die Nacht behält Berndgen recht: Südwind, weg von den gefährdeten Ortschaften, das sorgt dort für Entspannung. Tatsächlich dreht sich der Wind aber am Morgen und weht wieder von Norden.
Am Samstag ist die Zahl der Hubschrauber weiter hochgefahren worden – und auch hier spielt @fire eine entscheidende Rolle: Wenn sich aus den orange-roten Löschwasserbehältern, den „Bambi Buckets“, das Wasser auf Feuer mitten im Wald ergießt, ist im Hürtgenwald auch jemand von @fire in der Luft. „Der Luftkoordinator ist sowas wie ein Puppenspieler, der die verschiedenen Luftfahrzeuge koordiniert“, sagt Dennis Weyel. Wohin Wasser abgeworfen werden muss, sei aus der Luft durch den Rauch gerade bei Wind schlecht einzuschätzen. „Und es geht ja darum, das Optimum aus den kostspieligen Einsätzen der Luftfahrzeuge herauszuholen.“
Mehr Einsätze durch Klimawandel
Dazu bespricht der Luftkoordinator sich laufend mit einem Gegenpart am Boden. „TAK“ nennt sich die Funktion desjenigen, der von unten Rückmeldung gibt, „taktischer Abwurfkoordinator“. Weyel: „Der ist absolut nah dran am Feuer, und der ist das Auge der Luftfahrzeuge am Boden“. Dabei muss er ständig im Kopf behalten, wie er sich bewegen kann und welche Fluchtwege er hat. Das setzt viel Ausbildung und Erfahrung voraus, die die Einsatzkräfte vor Ort in der Regel gar nicht haben können. Es gibt auch kaum Landkreise und Städte, die regelmäßig in die Situation kommen, dort diverse Luftfahrzeuge abstimmen zu müssen.
In Hürtgenwald zeigt sich das, als eine Einsatzkraft auf Weyel zukommt und auf einen großen See hinweisen will, aus dem die Hubschrauber das Wasser schöpfen könnten. Die Wasserversorgung in den betroffenen Teilen von Hürtgenwald wird schließlich immer schwieriger. Die Frage an Weyel hatte nicht berücksichtigt, was der @fire-Mann dann erklärte: Die Hubschrauber müssen in möglichst schneller Folge Wasser abwerfen können, die Aufnahmestation muss also nah liegen – in Form von großen aufgeblasenen Becken. Drei Minuten Umlaufzeit waren am Freitag Standard, 20 Abwürfe in einer Stunde waren es, bis ein Hubschrauber der Polizeihubschrauberstaffel Düsseldorf wieder auftanken musste.
