Einer Meeresschutz-Expertin von Greenpeace zufolge wirkt der Wal allgemein geschwächt. „Der Wasserstand ist auch noch etwas gesunken, was es für ihn jetzt erschwert, sich zu befreien“, sagte Franziska Saalmann im ZDF-„Morgenmagazin“. Das Experten-Team wolle die Hoffnung auf ein Überleben zwar nicht aufgeben, aber: „Die Überlebenschancen werden leider nicht besser, wenn er in der Ostsee weiter bleibt, allein wegen des Salzgehalts und weil es einfach nicht seine natürliche Heimat ist.“
Weiter sagte Saalmann: „Wir wissen nicht genau, was für Krankheiten er eventuell hat. Und ob und inwiefern seine Orientierung und sein Allgemeinzustand so sehr geschwächt sind, dass er jetzt auch durch menschliche Einflüsse und die verbliebenen Netzreste, die er noch im Maul hat, so geschwächt ist, dass er einfach nicht richtig klarkommt und sich nochmal verirrt.“
Die Wasserschutzpolizei und Greenpeace sind mit ihrem Schlauchboot vom Wal zurückgekehrt, meldet der NDR. Um eine Reaktion zu testen, schlugen sie demnach mit einem Paddel flach auf die Wasseroberfläche. Dabei zeigte sich, dass der Wal zunehmend schwächer reagiert. Dennoch besteht weiterhin die Hoffnung, dass er sich erholt und eigenständig in die nahegelegene Fahrrinne zurückschwimmt.
Das Wetter in Wismar ist windig und regnerisch. Dennoch hätten sich auf der Seebrücke an der Küste ein paar Schaulustige, die sich den Wal anschauen wollen, versammelt, berichteten die „Lübecker Nachrichten“. Auch mehrere TV-Teams sind vor Ort.
„Die Situation ist noch so wie gestern“, erklärte am Montagmorgen ein Sprecher der Wasserschutzpolizei Wismar. Der Wal sei die ganze Nacht beobachtet worden. Das Tier habe sich nicht von der Stelle bewegt. Gleichzeitig sei der Wasserstand niedriger als noch am Sonntag. Das mache die Lage ein bisschen schwieriger.
