CDU-Parteitag

„Hauptsache besser als Söder“

Aktualisiert am 20.02.2026 – 08:19 UhrLesedauer: 4 Min.

Kanzler Friedrich Merz (Archivbild): Mit knapp 90 Prozent der Stimmen wurde er 2024 als CDU-Chef wiedergewählt. Kann er das wieder schaffen? (Quelle: Sebastian Christoph Gollnow/dpa/dpa-bilder)

Ein Wahlergebnis, ein Ehrengast und einige brisante inhaltliche Fragen: Der CDU-Parteitag in Stuttgart birgt Spannung.

Mehr als 90 Prozent, bloß nicht weniger als 80 oder einfach „Hauptsache besser als Söder“: Die Prognosen, wie gut Friedrich Merz bei der Wiederwahl als CDU-Vorsitzender abschneiden könnte, gehen weit auseinander. Das ist aber nicht das Einzige, was beim zweitägigen Parteitag in Stuttgart interessiert, zu dem die größte Regierungspartei heute zusammenkommt. Es geht auch um inhaltliche Fragen von Teilzeit bis Social Media. Und dann ist da noch ein Ehrengast, der sehr viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird.

Knapp zehn Monate ist Merz nun Kanzler, und es ist bei Weitem nicht alles optimal gelaufen. Zum Regierungschef wurde er erst im zweiten Wahlgang gewählt. Darauf folgte die zunächst verpatzte Richterwahl und dann stieg ihm in der Rentendebatte die Parteijugend aufs Dach. Die Union liegt seit Monaten in allen Umfragen konstant unter dem Ergebnis der Bundestagswahl, die am nächsten Montag genau ein Jahr her ist. Und die persönlichen Beliebtheitswerte des Kanzlers sind tief im Keller.

Was bedeutet das nun für das Wahlergebnis des Vorsitzenden? Merz war 2022 bei einem Online-Parteitag mit 94,6 Prozent der Stimmen gewählt und später mit 95,3 Prozent per Briefwahl bestätigt worden. 2024 kam er auf 89,8 Prozent. Viele in der CDU glauben angesichts des holprigen Starts in seine Amtszeit nicht, dass er das wieder erreichen kann. Andererseits könnte es auch sein, dass sich die Delegierten vor den fünf wichtigen Landtagswahlen in diesem Jahr hinter ihrem Vorsitzenden versammeln, um ein Zeichen der Geschlossenheit zu senden.

Als wichtige Marke nach unten gilt das Ergebnis des CSU-Vorsitzenden Markus Söder, der im Dezember mit 83,6 Prozent sein bisher schlechtestes Ergebnis einfuhr. Es gibt einige, die sagen: „Hauptsache besser als Söder“.

Sehr große Aufmerksamkeit wird eine Teilnehmerin bekommen, die weder ein Stimmrecht noch einen Auftritt auf der großen Parteitagsbühne haben wird: Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel wird erstmals seit ihrem Ausscheiden aus dem Amt 2021 wieder an einem CDU-Parteitag teilnehmen. Seitdem hat sie Einladungen zu drei Parteitagen ausgeschlagen und das mit ihrem „nachamtlichen Verständnis“ begründet, grundsätzlich „nicht an tagesaktuellen Ereignissen“ teilnehmen zu wollen. Auf die Frage, ob sich das nun geändert habe, lässt sie ausrichten: „Nein, die Ausnahme bestätigt die Regel.“

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