Erste Details bekannt
Wadephul trifft Lawrow in New York zu Gesprächen
Aktualisiert am 26.09.2026 – 18:22 UhrLesedauer: 2 Min.
Erstmals seit Beginn des Ukraine-Kriegs treffen die Außenminister Deutschlands und Russlands bilateral zusammen. Dabei werden auch brisante Themen besprochen.
Bundesaußenminister Johann Wadephul hat sich am Rand der UN-Generaldebatte in New York mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow getroffen. Das bestätigte t-online-Reporter Patrick Diekmann, der vor Ort über Wadephuls Reise berichtet. Es ist das erste bilaterale Treffen der Außenminister der beiden Länder seit Jahren.
Nach t-online-Informationen hatte das russisches Außenministerium durch Drittstaaten seine Gesprächsbereitschaft an die deutsche Seite signalisiert. Daraufhin willigte Wadephul in ein Treffen ein. Das russische Außenministerium hatte zuvor von einer deutschen Initiative gesprochen.
Aus deutschen Delegationskreisen erfuhr t-online, Wadephul habe Lawrow aufgefordert, „den gefährlichen Weg der Eskalation gegenüber Deutschland, Europa und der Nato zu verlassen“. Vorfälle wie der missglückte Drohnenanschlag in Leipzig änderten nichts an der deutschen Unterstützung für die Ukraine, beeinträchtigten jedoch „das von Russland ohnehin bereits schwer beschädigte bilaterale Verhältnis zu Deutschland“ weiter.
Erstes Treffen seit Jahren
Ein „solch bedauerlicher Zustand der Beziehungen“ sei nicht im Interesse Deutschlands. Die Möglichkeit der Rückkehr zu einem konstruktiveren Verhältnis bestehe jederzeit. Voraussetzung sei „die ernsthafte Bereitschaft“ des Kremls, den „völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden und an der Wiederherstellung einer dauerhaften Friedensordnung in Europa mitzuwirken.“ Diese Bereitschaft sei bislang nicht zu erkennen.
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Außerdem habe Wadephul Lawrow aufgefordert, auf eine Vereinbarung über Getreideexporte durch das Schwarze Meer hinzuwirken. Gerade im globalen Süden würden diese Nahrungsmittel gebraucht. Eine pragmatische Lösung könne den Weg ebnen für weitere „konkrete Schritte“.
Wadephul sagte nach dem Treffen im ZDF, er habe Lawrow „klar gewarnt, nicht so weiterzumachen. Wir können uns verteidigen. Wir können uns wehren. Das werden wir auch tun.“ Er wolle nicht, „dass wir Europäer den Amerikanern den kompletten Austausch mit Russland überlassen“, erklärte der Minister seine Gründe für das Gespräch mit Lawrow. Ob es weitere gebe, „liegt im Wesentlichen in der russischen Hand“.
