„Steuergelder verbraten“
13.700 Euro pro Woche – Sicherheitsdienst bewacht Geländer
Aktualisiert am 27.03.2026 – 15:41 UhrLesedauer: 2 Min.
In einer Schule wird entdeckt, dass die Treppengeländer zu niedrig sind. Eine Behörde zieht Konsequenzen und heuert einen Sicherheitsdienst für einen fünfstelligen Betrag pro Woche an.
Eine Frankfurter Grundschule hat ein Problem: Ihr Treppengeländer ist sieben Zentimeter zu niedrig. Seitdem das festgestellt wurde, bewacht ein Sicherheitsdienst die Treppenhäuser. Die Kosten dafür liegen pro Woche bei rund 13.700 Euro, teilte die Stadt am Donnerstag mit.
Bei einer Routinebegehung der Frauenhofschule sei aufgefallen, dass das Geländer nur 103 Zentimeter statt der vorgeschriebenen 110 Zentimeter hoch ist. Nach Angaben des zuständigen Dezernats sind nun zwölf Personen zu unterschiedlichen Zeiten an verschiedenen Posten in den Treppenhäusern im Einsatz, und zwar so lange, bis eine „bauliche Lösung“ gefunden wird.
Die kommissarische Schulleiterin Solmaz Heidlindemann hat eine eindeutige Meinung über dieses Vorgehen. Das Geländer sei seit 100 Jahren so „und bisher hat es niemanden gestört“. Einen Unfall habe es ihres Wissens nie gegeben. „Für die Bewachung werden jetzt Steuergelder verbraten, die dringend für die Schulen benötigt würden“, sagte sie. Der Fall zeige „die ganze Planlosigkeit und das Missmanagement“ der Frankfurter Ämter und Behörden.
Das zuständige Dezernat verweist auf die hessische Bauordnung. Die Anforderung an die Geländerhöhe von 1,10 Metern ergebe sich aus der Muster-Schulbau-Richtlinie, deren aktuell gültige Fassung aus dem Jahr 2009 stamme.
Auch in den Osterferien, die in Hessen in der kommenden Woche beginnen, bleibt der Sicherheitsdienst im Einsatz. Weil dann weniger Schüler in der Schule sind und einzelne Treppen gesperrt werden könnten, rechnet die Stadt mit geringeren wöchentlichen Kosten von 5.000 bis 6.000 Euro.










