Starker Gewinneinbruch
Volkswagen streicht 50.000 Stellen
Aktualisiert am 10.03.2026 – 09:24 UhrLesedauer: 2 Min.
VW kündigt an, deutlich mehr Stellen abzubauen, als mit den Gewerkschaften zunächst vereinbart war. So begründet der Automobilkonzern den Schritt.
Der Autohersteller Volkswagen (VW) streicht in Deutschland bis 2030 rund 50.000 Stellen im gesamten Konzern. Das erklärte der Vorstandsvorsitzende Oliver Blume in einem Brief an die Aktionäre. Ende 2024 hatte VW mit den Gewerkschaften einen Abbau von 35.000 Stellen in Deutschland bis 2030 vereinbart, vorwiegend bei der Kernmarke VW. Ende 2024 arbeiteten laut Geschäftsbericht im gesamten VW-Konzern rund 293.000 Beschäftigte.
Der Gewinn des Volkswagenkonzerns brach im vergangenen Jahr um fast die Hälfte ein. Der Nettogewinn sank auf 6,9 Milliarden Euro, wie der Wolfsburger Konzern am Dienstag mitteilte. Das ist das niedrigste Ergebnis seit der Dieselskandal-Krise im Jahr 2016. Der Autobauer machte vor allem die US-Zölle und die Probleme der Volkswagen-Tochter Porsche für die Entwicklung verantwortlich – und kündigte weitere Stellenstreichungen in Deutschland an.
Auch bereinigt um Sonderfaktoren wie Abschreibungen bei Porsche lag die Gewinnmarge nur bei 4,6 Prozent, wie der Konzern weiter mitteilte. Werden die Zollkosten herausgerechnet, steigt sie auf 5,5 Prozent. Das reiche „langfristig nicht aus“, erklärte VW-Finanzvorstand Arno Antlitz. Für das Jahr 2026 rechnet der Konzern zunächst mit 4,0 bis 5,5 Prozent Rendite. VW werde nun „weiter konsequent unsere Kosten senken“, erklärte Antlitz. Die Stellenstreichungen sind eine Maßnahme der Kostensenkung.
Der Konzernumsatz blieb 2025 den Angaben nach weitgehend stabil bei knapp 322 Milliarden Euro (minus 0,8 Prozent). Weltweit beschäftigte VW 662.900 Mitarbeiter – 2,4 Prozent weniger als im Vorjahr.
Bei den Absatzzahlen freut sich der Autokonzern über einen Anstieg um fünf Prozent in Europa und zehn Prozent in Südamerika. In Nordamerika verkaufte VW hingegen zwölf Prozent weniger Fahrzeuge, in China sechs Prozent weniger. Insgesamt verkaufte der Konzern knapp neun Millionen Fahrzeuge, nach etwas mehr als neun Millionen im Vorjahr.
Der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge stieg auf 22 Prozent des Auftragsbestands. Im Absatz legten E-Autos um 55 Prozent zu.
