VW-Studie Futura
Dieser VW konnte 1989 schon von allein einparken
01.03.2026 – 13:26 UhrLesedauer: 3 Min.
1989 ließ Volkswagen ein Auto fahrerlos in eine Parklücke rollen – zur besten Sendezeit im ZDF. Der IRVW Futura zeigte Technik, die erst viele Jahre später im Alltag ankam.
„Wetten, dass unser Auto automatisch einparken kann?“ Mit dieser Ansage bewarb sich Volkswagen 1989 bei der ZDF-Sendung „Wetten, dass..?“. Am 30. September rollte der IRVW Futura dann tatsächlich ohne Fahrer in eine Parklücke – zwischen Prominenten und Millionenpublikum. Wie der „Spiegel“ berichtet, geriet der Auftritt für den Hersteller zu einem Imageerfolg.
Zwei Wochen zuvor hatte Volkswagen die Studie bereits auf der 53. Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt vorgestellt. Offiziell hieß das Einzelstück IRVW Futura – Integrated Research Volkswagen. Unter dem Motto „Das Auto von morgen – heute schon Wirklichkeit“ demonstrierten die Entwickler, welche Technologien in den kommenden zehn bis 15 Jahren serienreif werden könnten.
Klar war aber auch: Der Futura war ein Forschungsfahrzeug. Viele der gezeigten Systeme funktionierten im Prototyp. Bis zur breiten Serienanwendung sollte es freilich deutlich länger dauern.
Kernstück der Präsentation war die Ein- und Ausparkautomatik. Volkswagen kombinierte dafür elektrische Servolenkung, eine elektrische Parkbremse und eine Allradlenkung. Radar- und Ultraschallsensoren lieferten die Daten für das präzise Rangieren. Aktivieren ließ sich das System per Knopfdruck, sogar von außerhalb des Fahrzeugs.
Heute gehören Parkassistenten in vielen Modellreihen zum Angebot. Bei Volkswagen hielt eine vergleichbare Funktion allerdings erst 18 Jahre später Einzug in die Serie, etwa im Touran. Andere Hersteller waren schneller: Toyota bot eine Einparkautomatik ab 2005 im Prius an.
Neben der Parkfunktion verfügte der Futura über Technik, die 1989 noch ungewöhnlich war: digitale Anzeigen mit LCD-Bildschirmen, ein Navigationssystem, einen Bordcomputer und ein Autotelefon. Auch eine elektrische Parkbremse war bereits integriert – eine Lösung, die Jahre später in vielen Fahrzeugklassen Standard wurde. Die Farbgebung des Innenraums in Weiß und Rot erinnerte ein wenig an Himbeerjoghurt.
Technisch bemerkenswert war die Allradlenkung. Bei niedrigen Geschwindigkeiten schlugen die Hinterräder gegensinnig zu den Vorderrädern ein, um den Wendekreis zu verkleinern. Bei höherem Tempo lenkten sie gleichsinnig, was die Fahrstabilität verbessern sollte.
Das Konzeptfahrzeug folgte zudem einer Monospace-Architektur: Die Karosserie wurde zu einem rundlichen Gesamtkörper ohne die seinerzeit typischen Stufen bei Motorhaube oder Kofferraum. Große Glasflächen und zwei Flügeltüren bestimmten das Erscheinungsbild. Die gläserne Heckkuppel ließ sich ebenso wie die Türen abnehmen. So entstand ein viersitziges Cabriolet mit t-förmigem Überrollbügel.
