Teurer Planungsfehler
Neue VW-Marke: Schwere Panne verzögert Start um Jahre
20.02.2026 – 08:04 UhrLesedauer: 2 Min.
Mit der neuen Marke Scout wollte VW eine Lücke im Angebot schließen. Doch ein gravierender Planungsfehler verzögert den Start deutlich. In Wolfsburg wächst die Kritik am Milliarden-Investment.
VW muss seine Ambitionen in den USA deutlich korrigieren. In South Carolina baut der Konzern für bis zu drei Milliarden Dollar eine Fabrik für die Marke Scout. Doch die neuen Autos kommen deutlich später als geplant. Nach Informationen des „Spiegel“ verschiebt sich der Marktstart auf den Sommer 2028.
Wichtigster Grund für die Verzögerung ist ein Konstruktionsfehler: Ursprünglich war Scout als reine Elektro-Marke geplant. Aber das kommt bei den US-Kunden nicht gut an. Um deren Reichweitenwünsche zu erfüllen, sollen die Modelle nun einen Verbrennungsmotor als Generator bekommen. Da im Vorderwagen der Platz fehlt, müssen die Entwickler wichtige Teile des Antriebs nachträglich im Heck unterbringen. Das ist sehr aufwendig. Und sehr teuer.
Die ohnehin teure Umplanung zerstört außerdem den Zeitplan. Ein Jahr lang entstehen Kosten für Hunderte Mitarbeiter, ohne dass Geld in die Kasse kommt. VW lehnte eine Stellungnahme zu der Verspätung auf Anfrage ab.
Zusätzlich leidet das Projekt wie so oft bei VW unter Software-Problemen. Für den Partner Rivian, der die Lösung dieser Probleme sein sollte, hat das Projekt keine Priorität. Nun muss die hauseigene Software-Einheit Cariad einspringen. Damit bleibt der Konzern trotz hoher Zahlungen an externe Partner von seiner eigenen, krisenanfälligen Abteilung abhängig.
In der Zentrale in Wolfsburg führt das Projekt zu Unmut. Während Milliarden in den USA gebunden sind, treibt Konzernchef Oliver Blume in Deutschland einen harten Sparkurs voran. Werkschließungen in der Heimat stehen zur Debatte. Mancher kritisiert das teure Risiko in South Carolina, während die Nachfrage nach Elektro-Trucks in den USA stagniert.
Zudem haben sich die politischen Vorzeichen geändert. Unter US-Präsident Donald Trump entfallen Kaufprämien für Elektroautos, während Strafen für Verbrennungsmotoren gesenkt wurden. Oliver Blume steht nun unter Druck: Er muss rechtfertigen, warum VW Milliarden in eine Fabrik investiert, deren Konzept nicht mehr zur aktuellen Marktlage passt, während er in Deutschland den Rotstift ansetzt.











