Kürzungspläne im Konzern

VW spart bei Vielfalt an Sitzen, Lenkrädern und Felgen


30.07.2026 – 16:32 UhrLesedauer: 2 Min.

Blick in den ID. Polo: Die Zahl der unterschiedlichen Teile bei den Fahrzeugen soll sinken. (Quelle: Volkswagen)

Der Sparkurs bei Volkswagen wird konkreter. Nicht nur die Modellpalette schrumpft – auch bei den Bauteilen will der Konzern die Varianten deutlich reduzieren.

Die Krise bei Volkswagen verschärft sich. Im zweiten Quartal brach der Gewinn des Konzerns um 32,9 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro ein. Gleichzeitig senkte Europas größter Autobauer seine Umsatzprognose für das laufende Jahr. Besonders das schwächelnde China-Geschäft belastet den Konzern: Dort gingen die Auslieferungen zuletzt um mehr als ein Drittel zurück.

Volkswagen reagiert darauf mit einem umfassenden Umbau. Der Konzern will Kosten senken, die Produktion vereinfachen und die Entwicklung neuer Fahrzeuge effizienter machen. Bereits bekannt ist, dass bis 2030 bis zu die Hälfte der Modelle wegfallen und die Zahl der Ausstattungsvarianten um bis zu 75 Prozent sinken soll. Nun wurden weitere Details bekannt.

Weniger Auswahl bei den Bauteilen

Nach Informationen aus einer Investorenpräsentation, über deren Details „Motor1“ berichtete, plant Volkswagen auch, die Vielfalt vieler Bauteile deutlich zu reduzieren. Betroffen wären unter anderem Sitze, Lenkräder, Felgen, Scheinwerfer und Frontstoßfänger. Das ist eine deutliche Kehrtwende: Deutsche Autohersteller rühmten sich lange mit einer schier überbordenden Auswahl an Konfigurationsmöglichkeiten und nicht enden wollenden Aufpreislisten. Doch hinter diesem hohen Maß an Individualität stecken auch Entwicklungs- und Lagerhaltungskosten und komplexere Produktionsmethoden, die allesamt teuer sind.

  • Neues Flaggschiff: Audi präsentiert den Q9

Bei den Volumenmarken Volkswagen, Skoda, Seat, Cupra und VW Nutzfahrzeuge soll deshalb die Zahl der Scheinwerfer-Komponenten demnach um bis zu 60 Prozent sinken. Die Zahl der Varianten bei Frontstoßfängern soll halbiert, jene der Hauptmodule für Sitze um 30 Prozent reduziert werden.

Auch bei den Premiummarken sind Einschnitte vorgesehen. Für Audi, Bentley und Lamborghini ist laut der Präsentation geplant, die Varianten bei Sitz-Komponenten um 90 Prozent zu verringern. Die Zahl der Lenkräder soll um 60 Prozent sinken, die Auswahl an Leichtmetallrädern halbiert werden. Porsche, das zur Brand Group Sport Luxury gehört, wird in den Unterlagen in diesem Zusammenhang nicht genannt.

Neue Modelle enthalten bereits mehr Gleichteile

Gleichzeitig soll die jährliche Produktionskapazität von einst rund zwölf auf langfristig neun Millionen Fahrzeuge sinken. Trotz des Sparkurses setzt Volkswagen zugleich auf neue Modelle. Rund zehn neue oder grundlegend überarbeitete Fahrzeuge sollen in den kommenden Jahren auf den Markt kommen. Mit einer kleineren Modellpalette, weniger Varianten und stärker standardisierten Komponenten will der Konzern Entwicklung und Produktion vereinfachen und so wieder profitabler werden.

Im Video | Das ist der neue VW ID. Polo

Player wird geladen

Bei den neuen Modellen wie dem ID. Polo zeigt sich bereits, was die Einschnitte bei den Varianten nach sich ziehen: Beispielsweise werden die Schalter und Heizmatten für die Sitzheizung in alle Fahrzeuge eingebaut. So sind nicht zwei Varianten desselben Sitzes nötig. Käufer der Basisversion können die Sitzheizung trotz verbauter Technik jedoch nicht nutzen, beziehungsweise müssen die Funktion erst später kostenpflichtig aktivieren.

Share.
Exit mobile version