Grundsätzlich gilt:

Es ist nie zu früh, sich regelmäßig von einem Arzt durchchecken zu lassen. Warten Sie nicht, bis ernste Beschwerden auftreten.

Darmkrebsvorsorge: Darmspiegelung oder Stuhltest besser?

Bei der Darmkrebsfrüherkennung empfiehlt die Krebsexpertin Männern, die Darmspiegelung als Vorsorgeinstrument zu nutzen. „Mit der Darmspiegelung lassen sich präzise Krebsvorstufen, sogenannte Polypen, erkennen – und gleich entfernen. Die Stuhluntersuchung auf verstecktes Blut hingegen erkennt einen Darmtumor nur dann, wenn er Blut abgibt. Mit dem Stuhltest ist das Risiko höher, dass Darmkrebs übersehen wird.“

Prostatakrebs-Vorsorge: Reicht die Tastuntersuchung?

Beim Thema Prostatakrebs-Früherkennung ist es für Männer oft schwierig, eine Entscheidung zu treffen. Der Tastuntersuchung, die bislang von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird, steht die individuelle Gesundheitsleistung „PSA-Test“ gegenüber. Beide Früherkennungsuntersuchungen werden stark diskutiert und haben sowohl Vor- als auch Nachteile. Je früher und ausführlicher sich Männer informieren, desto leichter können sie eine Entscheidung treffen.

Tastuntersuchung verliert an Bedeutung

In den im Juli 2025 veröffentlichten Leitlinien zum Thema Prostatakrebs wird die Tastuntersuchung als erster Schritt zur Früherkennung nicht mehr empfohlen. Denn beim Abtasten lassen sich nur größere, bereits fortgeschrittene Tumoren erkennen. Vielmehr sind die Autoren der Leitlinie der Meinung, dass zunächst eine Beratung über die Vor- und Nachteile der Früherkennungsmaßnahmen stattfinden sollte. Bei Bedarf kann der Mann dann einen PSA-Test machen lassen. Je nachdem, was dieser ergibt und welche weiteren Risikofaktoren beim Mann vorliegen, kann anschließend auch eine Tastuntersuchung sinnvoll sein. Inwieweit die gesetzlichen Krankenkassen künftig für den PSA-Test aufkommen, ist noch unklar.

Risiko falsch-positives Ergebnis beim PSA-Test

Der PSA-Test hat den Vorteil, dass er Prostatakrebs im Frühstadium erkennen kann. Sind beispielsweise in der Familie, etwa beim Vater, beim Onkel oder vergleichbaren Familienmitgliedern, Prostatakarzinome aufgetreten, kann es empfehlenswert sein, den PSA-Test in Anspruch zu nehmen.

Beim PSA-Test, der über die Untersuchung einer Blutprobe den Wert des prostataspezifischen Antigens ermittelt, besteht allerdings eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für falsch-positive Ergebnisse. Dann kann es passieren, dass sich Männer aufgrund erhöhter PSA-Werte einer Biopsie unterziehen, obwohl kein Krebs vorliegt.

„Hinzu kommt, dass Prostatakrebs oft wenig aggressiv ist. Viele Männer möchten aber mit der Diagnose Prostatakrebs nicht leben. Zwar ließe sich in vielen Fällen warten und eine Behandlung hinauszögern, wenn der Tumor nicht aggressiv wächst. Doch die meisten Männer entscheiden sich für den Eingriff. Sie möchten den Krebs aus dem Körper haben“, sagt Weg-Remers.

So kann es sein, dass ein Tumor operiert oder bestrahlt wird, der vielleicht niemals ernsthafte Probleme verursacht hätte. Und die Männer müssen mit den Risiken und Nebenwirkungen der Prostata-Operation oder der Strahlentherapie leben, beispielsweise zeitweiser oder dauerhafter Inkontinenz oder Impotenz.

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